Cover: Ravva and the Cyclops CurseIn der Tradition guter, alter NES-Run-and-Gun-Jumper kommt Ravva and the Cyclops Curse daher; es erinnert dabei, gameplayseitig, an Mega Man. Die junge Eulendame Ravva muss sich, wie sollte es auch anders sein, dem bösen Widersacher stellen. Dabei setzt sie ihre fünf unterschiedlichen Fähigkeiten ein. Vier davon sind Projektile, die auf verschiedene Weise wirken. Da gibt es zum Beispiel den Standardschuß, der einfach nur geradeaus geht, oder das Eisprojektil, das bestimmte Elemente eines Levels vereist und dadurch zerstörbar macht. Außerderm kann Ravva mit der Sichtbarkeits-Fähigkeit kleine Blöcke sicht- und damit benutzbar machen, um etwa höher gelegene Ebenen erreichen zu können.

Wie Ravvas Fähigkeiten funktionieren und wann man sie wie einsetzt, werden nicht verraten, sondern das muss sich erschlossen werden. Ist aber kein Problem, denn es dauert keine 3 Minuten, da hat man alle fünf Fähigkeiten in unterschiedlichen Situationen ausprobiert und hat alles begriffen, was es zu begreifen gibt. Trotzdem hätte vor allem die Sichtbarkeits-Fähigkeit erklärt werden müssen. Sie kann nur dann Blöcke sichtbar machen, die auch tatsächlich da sind. Mit anderen Worten: Ravva kann Blöcke nicht nach Belieben überall einfach so entstehen lassen.

Davon ab bietet Ravva and the Cyclops Curse aber gewohnte, gutklassige Kost der alten Schule. Die Steuerung ist wunderbar simpel und auch das Wechseln zwischen den fünf Fähigkeiten geht gut von den Fingern. Zumal die Level nicht so designed sind, dass binnen Sekundenbruchteilen nötig wäre, immer wieder zwischen den Fähigkeiten zu wechseln. Zwar gibt es hin und wieder hektische, mit Gegnern stark bevölkerte Bereiche, doch dieserlei Trial-and-Error-Methoden gehören so solcherlei Spielen ja auch irgendwie dazu. Allerdings ist auffällig, dass Ravva and the Cyclops Curse eigentlich keine Cheap Deaths voraussetzt, denn es kommt nur selten vor, dass man in Situationen gerät, von welchen man beim ersten Mal schlicht und unfairerweise überwältigt wird und die dann beim zweiten oder dritten Mal aber geschafft werden. Noch viel seltener passiert es, dass die eine oder andere Stelle mehrere Versuche abverlangt.
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Trotzdem ist Ravva and the Cyclops Curse recht fordernd, nur, dass man in den allermeisten Fällen eben einfach nur ungeschickt war, statt dass man plötzlich fies konfrontiert wird. Es gibt sogar einen expliziten Easy Mode, der neben einigen Simplifizierungen auch noch unendlich Leben bereitstellt, sodass man bei einem vituellen Ableben zwei Sekunden später direkt an Ort und Stelle wiederaufersteht und es nahtlos weitergeht. Sollte der andererseits der normale Schwierigkeitsgrad nicht ausreichend fordern, darf man sich zudem am Hard Mode probieren.
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Die tolle, konstrastreiche Grafik und der okay-gehende Sound sind, natürlich, 8-bittig. Als spielte man auf dem NES. Lediglich das 16:9-Format und das Fehlen von Slowdowns, selbst bei vielen Projektilen und Figuren auf dem Screen, ist untypisch - sofern man davon absieht, dass mit Pro Controller oder Joy-Cons gespielt wird.
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Die grob ein Dutzend Hauptlevel funktionieren alle nach dem selben Prinzip: Laufe vom Start bis ins Ziel (ein großer Kristall dient quasi als Ausgang) und laufe, springe und schieße Dir Deinen Weg. Es gibt auch einen Miniboss und den obligatorischen Endboss. Aufgrund des Schwierigkeitsgrads wäre es eigentlich nicht ohne Weiteres möglich, nach rund einer Stunde fertig zu sein. Doch das Save-Game-Feature hilft ungemein dabei, viel Zeit zu sparen. Wer eine Extraprotion Herausforderung sucht, probiert sich am Time Attack, wo es darauf ankommt, möglichst schnell ist Ziel zu gelangen.
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FAZIT
Ravva and the Cyclops Curse ist ein schickes, kleines Game. Zwar gibt es nicht gar soviel Umfang, doch für 4,99€, sind die Anzahl Level, drei Schwierigkeitsgrade, rundes Gameplay, optimale Steuerung und das gute Leveldesign ein sehr verlockendes Angebot. Für diesen Preis spreche ich gern eine Empfehlung aus.
Jörg Singleplayer: 67%

Verfasst von Jörg am 05.09.2021,
bemustert durch eastasiasoft
für bis zu 1 Person/en
Release am 01.09.2021