Cover: SEGA AGES Wonder Boy: Monster LandDieser Arcade-Titel erschien ursprünglich im Jahre 1987 und weißt eine erstaunliche Spieltiefe für die Plattform und damalige Zeit auf. Wer das Spiel mit seinen insgesamt elf Abschnitten beenden möchte, ist für gut eine Stunde beschäftigt. Glücklicherweise bietet die Umsetzung auf der Nintendo Switch zwei Erleichterungen, welche das Original nicht hatte: Unendlich Credits und ein Speichersystem. Doch auch mit dieser Hilfestellung ist SEGA AGES Wonder Boy: Monster Land alles andere als leicht...

HARTER TOBAK
In SEGA AGES Wonder Boy: Monster Land macht sich der titelgebende Held auf, das titelgebende Land aus den Klauen eines finsteren Drachen zu retten. Besagter Held startet quasi nackt in sein großes Abenteuer. Netterweise gibt ihm der erste NPC gleich ein Schwert und einen Wiederbelebungstrank in die Finger, noch bevor der Weg überhaupt fortgesetzt werden kann. Springend und mit der Waffe zustechendgeht es nun auf die Reise zur Rettung des Monsterlandes. Dabei säumen, neben zahlreichen Gegnern, eine Vielzahl an versteckten Gegenständen den steinigen Weg. An vielen Orten führen Türen zu den Behausungen friedlicher Bewohner und diese bieten für ein gewisses Entgelt Ausrüstung, Zauber und sogar Hinweise an. Ein Schild wehrt eintreffende Projektile ab, Schuhe erhöhen die Laufgeschwindigkeit und die Rüstung sorgt für erhöhte Defensive. Bomben, Feuerbälle, Wirbelwinde und Blitzschläge helfen, mit den unterschiedlichen Gegnertypen fertig zu werden und manchmal wird auch die Lebensenergie aufgefüllt.

Hinter den, zum Teil auch versteckten, Türen, lauern aber des Öfteren auch starke Gegner, die es zu besiegen gilt. Ihre Angriffsmuster sind in der Regel recht simpel, aber darauf zu reagieren ist immer noch eine Herausforderung - besonders bei den wenigen Feinden, die kleine Unterlinge spawnen. In späteren Leveln tauchen diese besonderen Gegner zudem im normalen Verlauf auf. Ein gemeiner Trick um den Schwierigkeitsgrad zu steigern. Durch das Auslöschen der feindlich gesinnten Kreaturen gewinnt der Held nicht nur ein paar Münzen, sondern auch Punkte. An diese ist eine Art Erfahrungssystem gebunden, da bei den ersten 50.000 Punkten ein weiteres Herz zur Lebensleiste hinzugefügt wird. Da Gegner nach kurzer Zeit wieder auftauchen und beim zweiten Tod ein paar Extrapunkte fallen lassen, ist Grinding schon fast Pflicht.
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Das alles wäre nicht so schlimm, wenn die Zeit einem nicht konstant im Nacken sitzen würde. In der linken Ecke läuft erbarmungslos eine Sanduhr herunter und ist der Sand erstmal durch, nimmt der Held Schaden. Da ich zu Beginn sowieso nicht viel aushalte, will die Uhr im Auge behalten werden. Die starken Monster tragen natürlich zum Schwierigkeitsgrad ebenfalls ihren Teil bei. Um das aufzufangen, gibt es gelegentlich temporäre Verbesserungen zu finden. Diese sorgen für einen Gleitsprung, kurzzeitige Unverwundbarkeit oder erhöhen die Angriffsstärke. Schwerter gibt es übrigens nicht zu kaufen. Diese müssen durch das Bezwingen bestimmter Bosse aufgewertet werden. Wer zudem das wahre Ende der Geschichte sehen möchte, muss unterwegs zudem eine kleine Questreihe erledigen. Diese erfordert den Tausch bestimmter Gegenstände an den richtigen Stellen des Spiels.
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BONUSMATERIAL
Neben dem Hauptspiel - welches optional mit der gesammelten Ausrüstung von vorne begonnen werden kann - befinden sich noch ein paar Extramodi in dieser Neuauflage. Zum Einen gibt es das Money-Hungry-Playthrough, bei dem weniger Geld im Spiel zu finden ist und somit jeder Kauf gut überlegt sein sollte. Hierbei sollte ich das Mashing erklären, was in diesem Modus fehlt. So konnte man im Original schnell den Controllstick wackeln, um die Summe an Geld zu erhöhen. Diese Aktion ist in der Switch-Version durch das Drücken der R-Taste auszuführen. Wer davon, so wie ich bei meinen ersten Runden, keine Ahnung hatte, hat damit quasi eh schon den Money-Hungry-Modus gespielt. Dann gibt es noch drei speziellere Herausforderungen, in Form von Score- und Time-Attacks. In der Sphinx-Challenge muss der harte Gegner so schnell wie möglich besiegt werden und die Monster-Castle-Challenge wirft den Helden mit der besten Ausrüstung ins letzte Level, um den Endgegner schnellsmöglich hinter sich zu bringen. In der Fire-Ball-Challenge geht es dagegen um Punkte. Hier wird dem Helden ein unendlicher Vorrat an Feuerbällen zur Verfügung gestellt, mit der er das Spiel bestreiten soll. Aber sobald die Zeit ausläuft oder nur ein einziger Treffer kassiert wurde, ist die Herausforderung beendet.
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Speichern und Laden kann man auf zehn verschiedenen Speicherplätzen. Ebenso können auch bis zu zehn Replays gespeichert werden. Zudem lassen sich die eigenen Highscores mit denen anderer Spieler über das Internet vergleichen. Zum Schluss gibt es im Spiel den Link zur SEGA-AGES-Hilfsseite, um sich etwa die Steuerung anzusehen oder Erklärungen zu den Modi zu bekommen. In den Settings lässt sich zudem noch die Spielversion von International auf Japanisch umschalten, ein (noch) härterer Schwierigkeitsgrad wählen und die Standardleben bzw. das Erhalten von Lebensboni anpassen. Ferner sind Steuerung und Darstellung konfigurierbar und ein Musikplayer ist vorhanden.
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FAZIT
SEGA AGES Wonder Boy: Monster Land ist gut, aber hart! Ich frage mich, wie dieses Spiel damals in der Arcadehalle überhaupt bewältigt wurde. Doch dank der kleinen Anpassungen und Komfortfunktionen muss man sich glücklicherweise nicht mehr in einem Durchlauf die Zähne ausbeißen!
Simon Singleplayer: 71%

Verfasst von Simon am 04.07.2019,
bemustert durch Sega
für bis zu 1 Person/en
Release am 27.06.2019