Cover: Alex Kidd in Miracle WorldIch denke, jedem von euch sagt der Begriff "Video Game Crash" etwas. Der Videospielmarkt brach 1983 bis 1984 komplett zusammen und wurde erst wieder durch Super Mario Bros. im Jahre 1985 gerettet. Doch neben diesem großen und wohl allen bekannten Videospiel erschien einige Monate später ein Spiel mit SEGAs damaligem Maskottchen: "Alex Kidd in Miracle World" kam auf den Markt.

Kleiner Junge vollbringt große Heldentat
Die Stadt "Radaxian" (die Heimatstadt des Heldens) wird von "Janken, dem Großen" und seinen Schergen bedroht - allein Alex Kidd kann die Lage retten...

...so in etwa lautet die Story dieses Spieles, die selber aber, wie es für damaligen Zeiten wohl üblich war, kaum Verwendung findet und einen gleich ins Spielgeschehen "schmeißt".
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Auf den ersten Blick erkennt man schon, dass dieses Spiel ein wirklich klassisches Jump'n'Run ist: die piepsige Musik wiederholt sich nach einem kurzen Zeitraum immer wieder in Dauerschleife, bei den Gegnern kann man nicht immer genau erkennen, was sie eigentlich darstellen sollen und die Farben sind schön grell... einigen gefällt das und sehen es als "Nostalgie" an, anderen sagt es jedoch nicht zu, hier ist schon der erste Scheidepunkt des Spieles... Meine persönliche Meinung dazu: Mir gefällt's! :)
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Trotz der klassischen Aufmachung ist das Spiel jedoch in vielen Punkten nicht mit anderen Genre-Vertretern zu vergleichen. So muss man schon beim ersten gezielten Sprung auf den Kopf eines Gegners bemerken, dass dies nichts bringt, außer, das man ein Leben verliert.
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Die einzige Möglichkeit, seinen Feinden den Garaus zu machen ist, diese mit Faustschlägen zu erledigen. Also muss der zu Zerstörende direkt rechts oder links von Alex stehen, was bei beweglichen Gegnern nicht immer so einfach ist und so kommt es manchmal, dass man beim Angriff selber stirbt - was zudem auch noch bei nur einen einzigen feindlichen Treffer der Fall ist.
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Und wie es häufig bei älteren Spielen der Fall ist, führen einige wenige Lebensverlust zum endgültigen Game Over (das Spiel muss wieder von vorne angefangen werden).
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Mit dem Motorrad durch die Landschaft cruisen...
Doch zum Glück werden zur besseren Bekämpfung von Schurken einige Items angeboten, die sich entweder finden oder am Anfang eines Level mithilfe des Geldes, welches man überall im Spiel in z.B. zerstörbaren Steinblöcken findet, kaufen lassen.
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Zwei Hilfsmittel, die mir dabei besonders positiv in Erinnerung geblieben sind, möchte ich an dieser Stelle genauer erläutern: Zum Einen ist da das sogenannte "Kraftarmband", welches bewirkt, dass bei einem Schlag ein Strahl aus der Faust des Helden erscheint, welcher die Vernichtung des Gegners bewirkt, wenn sich dieser in der Trefferbahn befindet.
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Zum Anderen ist da der sogenannte "Sukopako-Roller", mit welchem man durch Gegner und brüchige Blöcke fahren kann. Die Fahrt mit diesem wird durch einen Zusammenstoß mit festen Wänden oder das Betreten eines Wasserareals abgebrochen, was manchmal schneller gehen kann, als es einem lieb ist...
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Ein kurzes Wort zu den Wasserarealen: Diese sind kleine Abschnitte INNERHALB DER LEVELS (also nicht eigenständige Level) in denen man unter Wasser schwimmt. Hierbei gilt das Prinzip: Tut man nichts, schwimmt die Figur nach oben, also sollte man immer in Bewegung bleiben... leider ist das Bewegen und gleichzeitige Schlagen unterwasser nicht so gelungen und so kommt es, dass man stirbt, obwohl man sich sicher war, den Frosch mit der Faust erledigt zu haben..
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Doch kommen wir zurück zu den Hilfsmitteln: Diese sind entweder Fahrzeuge (im späteren Verlauf kommen neben dem Roller noch ein Hubschrauber und ein Boot hinzu) oder sonstige Items und verhelfen dazu, das Spiel leichter zu meistern und verleihen ihm einen besonderen Charme, den der Konkurrent der damaligen Zeit, Super Mario Bros., noch nicht besaß. Aber dennoch bleibt das Spiel trotz der Hilfsmittel ziemlich schwer
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Bossgegner mal GANZ anders..
Wenn man es aber dennoch zum ersten Endgegner schafft und man sich wundert, dass der anzutreffende Gegner wie ein Stein aussieht, kommt schon die nächste Überraschung: Es wird nämlich kein klassischer Kampf geboten, sondern man liefert sich ein "Stein-Schere-Papier"-Match, was doch irgendwie seltsam anmutet und nicht sehr angenehm ist, wenn man mit einem einzigen Leben zum Gegner kommt, dort nicht richtig weiß, was geschieht, verliert - und das ganze Spiel wieder von vorne anfangen muss...
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...und das Schlimme ist, dass sich die Kämpfe dieser Art durch das ganze Spiel ziehen und erst ziemlich viel später "echte" Endkämpfe auftauchen, auf die man sich freuen kann, sofern man überhaupt so weit kommt. ;)
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FAZIT
Es ist schwer so ein Spiel zu bewerten. Verglichen mit der damaligen Konkurrenz bietet das Spiel mit den Items und den unterschiedlichen Fahrzeugen relativ viel, was das es von der Masse abhebt.
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Doch mit heutigen Standarts gemessen ist Alex Kidd in Miracle World nicht mehr und nicht weniger als ein nettes Retro-Jump'n'Run, welches einige Schwächen, jedoch auch einige Stärken besitzt, welche es spielenswert machen (mit dem Kraftarmband lässt es sich gut aushalten, hehe).
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Für Menschen, die die Anfänge von Alex Kidd mal erleben wollen, ist das hier empfehlenswert, andere greifen lieber zu einem der Super-Mario-Spiele auf NES oder zum Nachfolger "Alex Kidd in Shinobi World".
«King Bowser» Singleplayer: 62%

Verfasst von «King Bowser» am 27.08.2011,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 1 Person/en
Release am 01.11.1986