Cover: Steel RivalsDie brutale Mortal-Kombat-Reihe, die taktische Street-Fighter-Serie, oder auch die Dead-or-Alive-Games meidet die Wii U gekonnt. Und seit dem eher bunten Smash Bros und Tekken Wii U Edition gab es keinen ernsten und anständigen Prügler mehr. Doch nuGAME hatte mich mit einem antiken Gladiatoren-Stil angefüttert und ...

...haben mich gnadenlos verhungern lassen!

Sprachlos
Ich bin einfach nur sprachlos, wie mich ein Spiel dermaßen von den Socken reißen kann, ABER in negativer Weise. Beim Start des Spiels wird der GamePad-Bildschirm innerhalb von Sekunden schwarz und man befindet sich im Menü. Natürlich könnte man sagen "Das Spiel kommt schnell zur Sache ohne großen Schnicschnack!" , aber ein etwas imposanteres Intro wäre vor allem mit dem Gladiatoren-Thema nett gewesen. Immerhin sparen die Entwickler bei Steel Rivals Gamepad-Power, da der Bildschirm nicht genutzt wird.
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Kommen wir nun zu den einzelnen Spielmodi. Es besteht die Möglichkeit, gegen die CPU oder gegen einen menschlichen Mitspieler anzutreten. Es existieren vier CPU-Schwierigkeitsgrade, aber Unterschiede sind kaum zu erkennen, vor allem der Easy-Modus ist nicht gerade einfach, was aber auch am Gameplay liegt, dazu aber gleich mehr. Die Auswahl an 18 Kämpfern und 11 Arenen ist ok. Während sich die Kämpfer durchaus im Aussehen voneinander unterscheiden, sind die Arenen nicht unbedingt abwechslungsreich: Es gleicht eine der anderen.
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Das Kampfsystem ist simpel. Es gibt den Angriff mit der A-Taste, eine Spezialattacke per Y, die aber nur für Escape Moves zuständig ist, und ebenso die X-Taste zur Verteidigung, durch die man einen Combo Counter schaffen kann. Wenn das mal funktioniert, geht das auch nur, indem ihr durch Treffer des Gegners Gauge Points sammelt, bzw. eure Leiste aufladet. Blocken geht in üblicher Fighter Manier indem ihr "nach hinten" drückt, jedoch verliert ihr bei jedem Treffer Gauge Points.
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Das Kämpfen ist der reinste Krampf. Es gibt nur eine Schlaganimation, die sich ändert wenn ihr mehrere Treffer auf einmal landet und dadurch eine Combo auslöst. Aber es ist stupides A drücken und die Kollisionsabfrage ist sehr fehlerhaft. Selbst mit Gauge Points, die ebenso wie die Energieleiste auf dem Fernseher mit der Lupe gesucht werden müssen, funktionieren die X und Y Aktionen relativ selten. Ich habe versucht taktisch vorzugehen, aber keine Chance, das Spiel ist einfach nur unspielbar. Es existiert ebenso nur eine Angriffsbewegung und erst, wenn man nach erfolgreichem Schlag weiterdrückt, gibt es neue Animationen in Form von Combos. Aber dazu(!) muss man erstmal kommen!
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Den Tournament Modus fand ich am interessantesten, weil zur Info steht, dass man hier Kostüme freispielen kann. Da die Damen extrem viel Haut zeigen und jede Menge Oberweite bieten, und die Männer machohaft muskulös wirken, wollte ich einfach mal die Kostüme sehen, von denen jede/r eins extra besitzt. Es gibt vier Gruppen und jeder kämpft wegen jeden, wobei die bestplatzierten weiterkommen. Positiv sind die Statistiken neben den Spielern, das war es aber auch. Kein Intro, keine Story und lange Ladezeiten die nicht einmal mit einem Ladebildschirm daherkommen. So ertappe ich mich immer wieder, wie ich auf den Knopf drücke um sicherzugehen, dass meine Eingabe zur Bestätigung auch akzeptiert wurde. Aber nein, das Spiel lädt einfach, ohne darauf hinzuweisen.
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Im Survival Modus kämpft man gegen immer schwerer werdende Gegner, jedoch macht das auch keinen Unterschied, wenn man kaum den ersten Kampf gewinnen kann.
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Der Trainingsmodus ist ebenfalls für die Katz, weil man ihn einfach Single Easy Mode nennen könnte. Es gibt weder irgendwelche Trainingseinstellungen noch sonst irgendetwas. Man kann nicht wie in Street Fighter oder Dead or Alive zum Beispiel einen stehenden, blockenden oder springenden Gegner simulieren oder einstellen, auch keine Moveliste ist vorhanden. Wie soll ich da bitte üben können? Was ist dann der Sinn eines Trainingsmodus, wenn ich nicht das Spiel kennenlernen kann? Völlig unverständlich!
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Innen Pfui, ...und außen pfui
Kommen wir doch mal zu den Kämpfern im Detail. Etwas Variation haben sich die Entwickler ja ausgedacht, so gibt es nicht nur Kämpfer mit Schwertern und Messern, sondern auch einen Minotaurus und echsenartigen Kämpfer namens "Trodon". Dennoch bewegt sich die Grafik geradeso im Durchschnitt und die Charaktere wirken wie Barbie-Puppen. Alle wirken sehr leblos und plastisch mit einer schimmernden Oberfläche.
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Die Framerate geht dermaßen in den Keller, dass man meinen würde, im Zeitlupenmodus zu kämpfen. Bei Hyrule Warriors mit 1000 Gegnern auf dem Bildschirm kann ich das noch verstehen, aber bei zwei Leuten sollte das nicht der Fall sein.
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Die Arenen sind allesamt einfache römische Bauten, jedoch ähnelt eine der anderen. Überall gibt es Säulen, mal im Innenraum, mal im Außenbereich. Und auch hier findet man keine Abwechslung der Location, wie mal an einem Olivenbaum, einer Bergspitze oder ähnliches. Die Auflösung ist sehr niedrig, wodurch alles verwaschen aussieht, auch wenn an sich aufwendige Muster in Fenstern und Säulen integriert wurden. Eine weitere unschöne Sache ist die Kamera, welche bei Sprungattacken fix bleibt, sodass der Charakter nur halb zu sehen ist und der Oberkörper aus dem Bildschirm ragt.
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Die Musik ist leider auch nicht sonderlich gelungen. Zwar erklingen ein, zwei Melodien die in jene Zeit passen, aber zu langsamen Geigen mit relaxendem Klang möchte ich mein Schwert dann doch nicht schwingen, sondern eher treibende Trommeln und Chorgesang à la "Gladiator". Ferner sind die Soundeffekte wirklich enttäuschend, denn jeder Treffer, egal ob Hand oder Waffe, klingt, als würde man dem anderen eine Ohrfeige verpassen, zudem wurde immer stets ein und derselbe Soundeffekt genutzt. Nur beim Blocken ertönt ein dumpfer Klang. Es gibt auch keine Mimik oder Kampfschreie der Charaktere, auch keine "Round 2"-Ansage oder sonst irgendwas. Das Spiel kommt komplett ohne gesprochene Sprache daher, was Steel Rivals sehr eintönig oder besser noch "keintönig" daherkommt.
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FAZIT
Ich habe alle möglichen Kampfspiele gespielt und noch nie war so ein schlechtes dabei. Nicht mal stupides Knöpfedrücken hat mich hier amüsiert, denn mehr kann man hier wirklich nicht machen. Alles wirkt ungenau, weder Blocken noch Kontern funktioniert wie es soll, und selbst auf Easy kann die CPU bisweilen erbarmungslos sein. Mir wurde nicht einmal die Chance gegeben, das Spiel im Trainigsmodus näher kennenzulernen, weil es einfach keinen richtigen gibt! Steel Rivals wirkt wie eine unfertige Beta-Version, an der noch einiges gefeilt werden müsste.
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Unsauberes Gameplay, öde Präsentation, Puppencharaktere, die sich alle irgendwie gleich schlecht spielen, komische Ohrfeigenklänge, einseitige Arenen und Spielspaß gleich 0. Also da greife ich lieber zu Street Fighter auf der Virtual Console oder Smash Bros; und ihr solltet das auch tun.
Dennis Singleplayer: 6%
Multiplayer: 10%


Verfasst von Dennis am 05.04.2016,
bemustert durch nuGAME
für bis zu 2 Person/en
Release am 10.03.2016