Cover: Super Smash Bros. for Nintendo 3DSAm 02. Oktober 2014 eröffnete Nintendo den Ring für die vierte Runde des All-Star-Stelldicheins Super Smash Bros.. Seit das Seriendebüt 1999 einen Überraschungserfolg landete ist das Franchise zu einem der beliebtesten herangewachsen, die Big N je geschaffen hat. Zum ersten Mal fliegen nun auf einer Mobilkonsole die Fäuste. Kann das tragbare Prügelfest mit den Vorgängern auf der Heimkonsole schritthalten oder kassiert der 3DS eine dicke Niederlage?

98 Fäuste für ein Halleluja
Am Spielprinzip hat sich seit jeher nix verändert. Kassiert ein Spieler Prügel, steigt seine Schadensanzeige. Je höher der Schaden ist, desto leichter lässt sich die entsprechende Figur wegschleudern. Ziel ist es, möglichst viele Kontrahenten von der Stage zu schubsen. Sage und schreibe 49 Recken geben sich die Ehre. Das, so viel steht schon mal fest, sind mehr als je zuvor. So ergeben sich die verblüffensten Duelle, zum Beispiel wenn Pokémon Pikachu sich unerbittlich mit Sonic The Hedgehog prügelt oder sich Prinzessin Zelda mit ihrer Majestät des Pilzkönigreiches, Peach, in den Haaren hat. Die schiere Anzahl der Kämpfer steht schon für Abwechslung. Diesmal kommen aber besonders Individualisten auf ihre Kosten. Es gibt sowohl die Möglichkeit, die eigenen Miis entweder als Nahkämpfer, Schütze oder Schwertträger mit eigenen Movesets ausgestattet an den Kämpfen teilnehmen zu lassen, als auch die Option, die Statuswerte der Miis und Standardkämpfer zu variieren. Die Movesets der Standardcharaktere lassen sich ebenfalls individualisieren. Das i-Tüpfelchen sind die Kostüme und Kopfbedeckungen, die den Miis den letzten Feinschliff geben. Wem das alles zu viel Drumherum ist, der kann die Individualisierungen einfach ausstellen.

34 Stages zählt Super Smash Bros. 3DS an der Zahl. Es finden sich Klassiker wie Final Destination oder Corneria als auch etliche neu erschaffene Stages. Diese orientieren sich an tragbaren Nintendo-Titeln sind exklusiv auf der 3DS-Version des Titels vorhanden und werden nicht in der Wii-U-Version vorkommen. Zu den neuen Stages zählen 3D-Land aus dem Mario-Universum und beispielsweise der Prismaturm aus Pokémon X und Y. Etliche der größtenteils genial gestalteten Kampfarenen haben großen Einfluss auf das Kampfgeschehen. So müsst man sich auf den Regenboulevard vor vorbeirasenden Rennboliden in acht nehmen und im Wohnzimmer aus Nintendogs herabfallende Bauklötze fürchten. Für Perfektionisten, die lieber nur mithilfe des eigenen Könnens gewinnen wollen, bieten sich die neuen "Omega-Versionen" der Stages an. Einfach eine flache Plattform, sonst nichts. Keine Kampfevents und keine bösen Zufälle.
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Fingerakrobatik oder Daumencatchen?
Wenn ein Titel, der eigentlich auf der großen Heimkonsole zuhause ist, einen Port auf einen Handheld bekommt, liegt immer die Befürchtung nahe, dass dabei Abstriche fällig sind. Insbesondere mit Hinblick auf die Steuerung, weil tragbare Konsolen naturgemäß weniger Tasten bieten. Trotz der Tatsache, dass einige Tasten doppelt belegt wurden, ist dieser Spagat gut gelungen. Ganz klassisch werden die Standardangriffe mit der A-Taste ausgelöst und die Spezialaktionen mit B. Ein Druck auf die X-Taste löst einen Sprung aus, der sich in der Luft, abhängig vom Charakter, mindestens einmal wiederholen lässt. Die Schultertasten dienen zum Ausweichen, Schützen und für Grifftechniken. Super Smash Bros. steuert sich auf dem 3DS sehr gut. Das Schiebepad des Handhelds leistet hier einen guten Dienst, reicht aber nicht ganz an die Performance eines Analogsticks heran.
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Auch der Rest der Technik macht ordentlich was her. Die Kämpfer und Stages sind lebendig animiert und detailverliebt gestaltet. Eine opulente Optik hat aber auch ihren Preis. Daher fallen die Ladezeiten hin und wieder etwas länger aus. Der 3D-Effekt ist gelungen, hält sich aber im Hintergrund. Leider liegt es in der Natur der Sache, dass das Display des 3DS wesentlich kleiner ist, als der heimische Flachbildschirm. Super Smash Bros. ist seit jeher unübersichtlich. Auf dem kleinen Bildschirm des Handhelds muss man sich oft wirklich sehr konzentrieren, um den Überblick zu wahren. Übung macht den Meister!
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Big N hat ein großes Paket geschnürt!
In Sachen Umfang machen nur wenige Franchises der Super Smash Bros.-Serie etwas vor. Obwohl das Faustfeuerwerk seit jeher eher an Multiplayer gerichtet ist, versucht man zunehmend auch Einzelspieler bei der Stange zu halten. Daher lassen sich neben den vielen Kämpfern und Stages hunderte von Trophäen sammeln und verdienen. Sie sind nicht nur hochwertig gestaltete, digitale Skulpturen wichtiger Charaktere und Gegenstände aus allerlei Nintendo-Franchises, jede der Trophäen kommt mit einem kleinen Text, der etwas zum jeweiligen Objekt erzählt. So entsteht mit der Zeit ein kleines, digitales Nintendo-Museum. Wieder dabei sind auch die CDs, mit denen typische Nintendo-Melodien zur Audiothek hinzugefügt werden.
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Bei der Anzahl der Spielmodi ließ man ich nicht lumpen. Das Hauptmenü unterscheidet zwischen klassischem Smash, dem zentralen Modus, der auch für lokale Multiplayergefechte genutzt wird, dem 3DS-exklusiven Smash-Abenteuer, dem online Modus und einem Button namens "Weitere Modi". Dahinter verbergen sich alte Bekannte wie dem Klassischen Modus, dem All-Star-Modus und dem Stadion. Jeder der bekannten Modi hat kleine Überarbeitungen erlebt. So kann man im klassischen Modus beeinflussen, wer der nächste Kontrahent wird, indem man sich nach jedem Kampf für einen von drei farbigen Pfaden entscheidet. Diese unterscheiden sich sowohl darin, wer am Ende bekämpft werden will als auch im Schwierigkeitsgrad und daraus resultierend in der Belohnung, die für den Erfolg anfällt. Im All-Star-Modus wollen alle Recken in der Reihenfolge besiegt werden, in der sie videospielgeschichtlich zum ersten Mal aufgetreten sind. Das Stadion bietet die üblichen Herausforderungen. Den Scheiben-Smash, bei dem in einem großen Areal in einer bestimmten Zeit Zielscheiben zerstört werden müssen, den Homerun-Contest, bei dem es gilt, einen Boxsack mit einem Baseballschläger möglichst weit zu schlagen und zuguterletzt den Multi-Smash bei dem man sich gegen eine Übermacht behaupten muss.
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Wirklich mit Spannung erwartet wurde im Vorfeld nur das Smash-Abenteuer. Es spielt sich wie eine Light-Version des aus Super Smash Bros. Brawl bekannten Subraumemissärs. Auf einer großen, offenen Stage gilt es, eine Vielzahl von Gegnern zu bezwingen, die aus allen möglichen Nintendo-Spielen zusammengekommen sind, um Euch das Leben schwer zu machen. Wird ein Gegner geplättet, verliert er Items, mit denen sich bestimmte Attribute eines Charakters wie Angriffskraft und Sprunghöhe verbessern lassen. Nach fünf Minuten ist die Zeit abgelaufen und es startet ein Zufälliger Wettbewerb wie Kampf oder Wettrennen wahlweise gegen bis zu drei Menschliche Kontrahenten oder Computergegner. Der Modus konnte mich nicht begeistern. Die fünf Minuten nutze ich viel lieber für einige gepflegte Online-Matches.
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Womit dann auch die Überleitung zum Online-Modus gemacht wäre. Dieser ist gut gelungen und dürfte für viele das Herzstück des neuen Smash-Scharmützels sein. Ob allein oder lieber im Team, ob klassisch oder für Puristen auf den abgespeckten Omega-Stages und ohne Items, für jeden ist was dabei. Es werden lange nicht so viele Optionen geboten wie im lokalen Spiel und dennoch ist der Online-Modus ausgefeilt. Vor allem ist man schnell im Kampfgeschehen. Ein Punkt, der meiner Meinung nach sehr wichtig ist. Übrigens sind bei meinen Testdurchgängen keinerlei Ruckler aufgetreten.
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Fazit
Super Smash Bros. 3DS erfüllt alle Erwartungen und das mit keinen merklichen Abstrichen im Vergleich zu den Vorgängern auf der Heimkonsole. Bravo! Was schon im Singleplayer für Stunden zu begeistern weiß, ist zusammen mit Freunden eine wahre Granate! Super Smash Bros. ist ein Must-Have für ALLE, die einen 3DS ihr eigen nennen.
«Jojo» Singleplayer: 85%
Multiplayer: 95%


Verfasst von «Jojo» am 21.10.2014,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 4 Person/en
Release am 02.10.2014