Cover: Summer AthleticsREFERENZEN
Ich bin weder sonderlich sportlich, noch erwähnenswert ausdauernd, wenn es um körperliche Ertüchtigung geht, aber Sportspiele auf der Glotze machen mir Spaß ohnegleichen.

Schon in meinem Test zu Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen habe ich darauf herumgeritten - wieso also immer wieder die alte Leier runterzupfen!? ;)

Viel mehr stellt sich die Frage, ob Summer Athletics mit meinen persönlichen Genrereferenzen "Athens 2004" und "Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen" mithalten kann...
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DISZIPLIN IST ALLES
Summer Athletics bietet Euch 26 (olympia-)typische Disziplinen: 100m-Lauf, Hürden-Lauf, Speerwurf, Hammerwurf, Weitsprung, Turmsprung, Radrennen, Bogenschießen, Schwimmen und noch so einiges mehr...
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Verteilt sind all diese Disziplinen auf insgesamt 5 Wettkampfarten: Zehnkampf, Kleiner Wettkampf (12 Disziplinen), Summer-Athletics-Wettkampf (19 Disziplinen), Platin-Wettkampf (alle 26 Diszplinen), Höher-Schneller-Weiter-Cup (9 Diszplinen aus den Bereichen Laufen, Springen und Werfen) und Freier Wettkampf (freie Auswahl).
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Spielen könnt Ihr diese Wettkämpfe auf zwei Spielarten: Sport-Modus und Arcade-Modus. Im Sport-Modus kommt es allein darauf an, dass Ihr möglichst schnell lauft oder möglichst weit/hoch werft, um am Ende Sieger/in nach Punkten zu sein. Das ist in der Arcade-Version zwar im Grunde genauso, doch gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit, durch insgesamt 5 sogenannter Boosts das Punktekonto aufzubessern, indem diese Boosts bei den entsprechenden Disziplinen aktiviert werden, um etwas schneller rennen, etwas höher springen, oder was auch immer etwas besser machen zu können! ;) Sie dienen also gewissermaßen als "Kraftbonus".
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CPU, AUSSEHEN UND KARRIERE
Ihr habt sogar die Auswahl aus drei CPU-Schwierigkeitsgraden (später sogar vier - und da geht's zur Sache!) und einer relativ umfassenden optischen Gestaltung Eures virtuellen Konterfeis: Ihr könnt bestimmen, welche Nationalität Ihr möchtet, welches Geschlecht, welche Haut-, Augen-, Haarfarbe und welche Gesichtszüge Euch ausmachen sollen - sogar das Outfit dürft Ihr auswählen. Zwar kommt dieses Feature ob der nicht überragenden Grafikengine nicht so wirklich zur Geltung, doch langt es aus, um damit zufrieden zu sein.
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Zu guter Letzt gibt es sogar noch einen Karrieremodus: Ihr bestimmt Eure Spielfigur in allen optischen Einzelheiten und legt sogar deren Ausdauer, Kraft, usw. fest! Nun absolviert Ihr nacheinander die geforderten Disziplinen und verteilt mit der Zeit weitere Attributspunkte...
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AMBIVALENTES AMBIENTE
Zwar ist die Optik durchaus ganz hübsch, erreicht allerdings nur gutes PlayStation-2-Niveau: während die Umgebung fast immer sehr gut getroffen und recht realistisch aussieht (sogar die Zuschauer auf den Tribünen sind für ein Sportevent-Game ausnahmsweise mal kein Pixelmatsch, sondern gut zu erkennen!), könnten die 3D-Charaktere um einiges hübscher und detaillierter sein. Dafür jedoch wurden sie sehr, sehr gut animiert.
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Beim Sound verhält es sich ähnlich ambivalent: es gibt schöne musikalische Kompositionen, die das sportliche Flair gut rüberbringen, zu hören, und auch der Stadionsprecher ist sehr angenehm in Sprechtempo und -rhythmus. Er erklärt, dass noch Eintrittskarten erhältlich sind, weist auf spätere Diszplinen hin, kommentiert das aktuelle Geschehen auf dem Bildschirm, usw. usf.
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Ebenso wurde an viele Dinge gedacht, die nicht unmittelbar wahrgenommen werden, aber zum Gesamtbild beitragen. Wenn z.B. Euer virtuelles Ich nach dem Hochsprung aufsteht und von der Matte geht, verursacht jeder Schritt ein leises Knautschgeräusch - und zwar synchron zum Schritt! Hier merkt man die Liebe zum Detail...
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...nur stört es ein klein wenig das Ambiente, wenn der Stadionsprecher (übrigens gesprochen von Marek Erhardt, den Fussballfans wahrscheinlich gut kennen dürften!) von "Spielerin drei" oder "Spieler eins" spricht. Und desöfteren ist zu hören, dass die Sprachausgabe aus einzelnen Sprachsamples zusammengeschnitten wird. So klingt beispielsweise die Höhenangabe "Zweimetereinundzwanzig" etwas zerstückelt ("Zwei - Meter - Einund - Zwanzig")... Zwar nicht gerade problematisch, aber durchaus sehr schade, denn es steckt mehr Potenzial in der Wii.
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ALLES UNTER KONTROLLE?
Die Steuerung der Disziplinen gefällt mir mit Ausnahme eines Details hervorragend: so gut die Kontrollen auch auf Nunchuk und Wiimote übertragen wurden, im Spiel selbst werden sie nicht sonderlich anschaulich erklärt. Erst durch einen Blick in die Spieleanleitung und jeweils 4-5 Trainingsproben pro Disziplin hatte ich den Bogen raus.
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Um etwa beim Sprung die Balance zu halten muss die Wiimote immer wieder im Uhrzeigersinn gedreht werden (wie eine Kurbel). Leider nur wird das wird durch die kleine Grafik auf dem Erklärungsbildschirm nicht verständlich, so dass ich die Wiimote wie eine Wippe hin- und herpendelte (was natürlich vollkommen falsch war!) und mich dann ärgerte, dass nicht alles so klappte, wie ich es gern gesehen hätte.
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Ich meine, mal ehrlich, wer guckt schon in die Bedienungsanleitung!? ;) Wenn das Spiel schon Erklärungstexte und -grafiken vor jeder Disziplinen bereit hält, wäre vielleicht der Hinweis angebracht, dass die Anleitung alles nochmal im Einzelnen erklärt, wenn Fragen offenbleiben sollten.
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JETZT JA!
Gut gefällt mir auch, dass man (mit Ausnahme des 1500m-Laufs, der grob drei bis dreineinhalb Minuten dauert, sowie den Schwimm-Disziplinen, die scheinbar nicht enden wollen) seine Arme nicht so schnell erschöpft. Denn fast alle Disziplinen basieren auf Technik, Timing und Konzentration, statt auf simples Gib-alles-was-du-hast-Auf-und-Ab-Rumgeschwurbel mit Nunchuk und Wiimote. Somit gehört das verausgabende 08/15-Kontrollergehampel beinahe der Vergangenheit an.
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Im Mutliplayer gibt's ausserdem noch die Möglichkeit, selbst dann gemeinsam spielen zu können, wenn nicht genug Nunchuks und Wiimotes im Hause sind. Denn dann wird einfach jede Disziplin für alle Personen separat durchgegangen (also z.B. auch das 100m-Laufen, welches ja sonst eigentlich für alle gleichzeitig stattfände). Mitunter sind dann die Wartezeiten etwas nervig, doch dafür ist man so wenigstens in der Lage, trotzdem im Multiplayer zu zocken. Schön, dass an diese Geldbeutel-schonende Option gedacht wurde.
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Schön auch, dass, wenn genug Controller für alle vorhanden sind, per Splitscreen gespielt werden kann, wenn man es wünscht. Das heisst, dass es z.B. beim Hochsprung nicht nacheinander, sondern parallel an die Action geht. Leider nur irritieren so die unterschiedlichen Timingsignal-Töne pro Spieler/in ein wenig, so dass man sich stärker konzentrieren muss.
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IS IT READY FOR GOLD?
Zwar gibt's keine Olympia-Lizenz, aber das Sportlicher-Wettkampf-Feeling wird durch Grafik und Sound dennoch gut eingefangen. Die Video-Einheit der Wii ist zwar zu mehr in der Lage, doch beschweren kann man sich letztendlich eigentlich nur über den Fakt, dass optisch nicht noch mehr ais der Wii herausgekitzelt wurde, wenn es um die 3D-Charaktere geht.
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Besonders erwähnenswert ist übrigens, dass Summer Athletics ein Feature bietet, welches mir bislang bei keinem anderen "Olympia-Game" untergekommen ist: wenn man ein und dieselbe Disziplin erneut spielen will, wird in der Regel stumpf alles erneut von der Disc ins RAM geladen (Wartezeit!). Nicht hier, denn ohne Verzögerung kann man direkt von vorn beginnen. Na endlich mal, denn das nervte mich schon seit Jahr und Tag! :)
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Ach ja: ebenfalls super, wenn auch bei anderen Genrevertretern nicht ganz soo selten anzutreffen, ist, dass alle Rekorde auch im Multiplayer erfasst und gespeichert werden.
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RESTLOS ERSETZEN
Ich finde, gerade durch den unter dem Durchschnitt liegenden Preis von ca. 40€ ist Summer Athletics noch empfehlenswerter, als es ohnehin schon ist, denn meinen Geschmack (wenn auch nicht unbedingt in punkto Grafik) trifft dieser Titel aus dem Hause 49Games voll und ganz und meine PlayStation 2 hat nun endgültig keinerlei Daseinsberechtigung mehr für mich, denn Athens 2004 konnte ich, Summer Athletics sei Dank, mit meiner Wii nun endlich restlos ersetzen. :)
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Der Singleplayer motiviert wie üblich nur so lange, bis man entweder nicht mehr seine eigenen Rekorde zu brechen vermag, oder man jede einzelne der kleinen Teilaufgaben gelöst hat (provoziere einen Fehlstart, gewinne 30 Goldmedaillien im Singleplayer, renne beim Hürdenlauf absichtlich fünf Hürden um, etc.). Wie ebenfalls üblich verleitet dafür allerdings der Multiplayer zum immer wieder Spielen - insbesondere dann, wenn alle Teilnehmer/innen ein ähnlich gutes Spielniveau aufweisen.
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Absolute Videospiel-Sport-Muffel werden sich wie immer natürlich nicht überzeugen lassen... ...ich hingegen kann zusammenfassend nur festhalten, dass mir Summer Athletics sehr gut gefällt.
Jörg Singleplayer: 75%
Multiplayer: 83%


Verfasst von Jörg am 07.08.2008,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 4 Person/en
Release am 25.07.2008