Cover: Dungeons & Dragons: Chronicles of MystaraAuf geht's in die Welt von Dungeons & Dragons
Das Spiel stammt ja eigentlich aus den 90ern und Chronicles of Mystara ist um genau zu sein ein 2-in-1-Paket. Denn zuerst gab es "Tower of Doom" und dann drei Jahre Später "Shadow over Mystara". Hätte man mir das nicht gleich sagen können? Blöderweise ist nämlich "Shadow over Mystara" gleich zum Start anwählbar und es ist möglich, zwischen den beiden Spielen per Minus-Taste hin- und herzuschalten, aber sinnvoller wäre es gewesen, den älteren Teil als Standard zu setzen. Warum fragt ihr euch? Verrate ich erst später!

Zuerst widmen wir uns dem Menü und das ist bei jedem Spiel gleich gehalten, es bildet sozusagen das Grundgerüst. Es gibt einen Arcade-Modus, in dem man die Abenteuer beider Spiele Kapitel für Kapitel bestreiten kann. Diese sind, sobald sie einmal freigespielt wurden, auch immer wieder einzeln anwählbar. Tower of Doom besitzt 9 Kapitel und eine etwaige Durchspielzeit von 60+ Min, während Shadow over Mystara mit 7 Kapiteln schon 100+ Min benötigt. "Das klingt aber wenig!" Nun man muss bedenken, dass es sich hier um ein Action-RPG handelt, dass normalerweise einer Automaten Version entsprungen ist, in der man viel Geld reinwerfen musste, um nach dem Tode und den Continues weiterkämpfen zu können - und glaubt mir, davon wird es sehr, sehr viele geben. Glücklicherweise haben wir aber genug virtuelle Münzen, um niemanden nach 'nem Penny fragen zu müssen.

Der Multiplayer-Modus bietet das leckere Eis, wenn auch ohne Sahne drauf. Denn das Schöne an Chronicles of Mystara ist, es können bis zu 4 Spieler mitkämpfen und das sogar zu jeder Zeit per Drop-In oder Drop-Out. Das geht sowohl lokal im Arcade, als auch online im Nintendo-Network-Modus. Dass man allerdings beides nicht kombinieren kann, ist eindeutig die fehlende Sahne. So ist es leider nicht möglich mit einem Freund auf der Couch und zwei anderen Mitstreitern aus dem Internet gegen die Monsterhorden vorzugehen. Finde ich leider eine verpasste Gelegenheit, aber zumindest bekommen wir überhaupt einen Online-Modus spendiert.
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Bei Laune halten sollen die besonderen Herausforderungen, die es so nicht in den originalen Versionen gab. So muss man z.B. "Töten sie 1000 Feinde beliebiger Art", um mit Diamanten (SP) belohnt zu werden, 100 Gegner am Boden treffen, fünfzigmal ausweichen usw. Diese kann man in einer kompletten Liste begutachten und den Fortschritt verfolgen. Aber auch während des Spielens werden diese optisch integriert, und zwar folgendermaßen. In der Mitte des Bildschirms findet im 4:3-Format der Kampf statt, während auf der linken Seite in einem schön anzusehenden Rahmen die Herausforderungen aufpoppen, welche man gerade erfüllt hat oder gerade dabei ist zu erfüllen. Wie schon erwähnt, wird man zusätzlich mit Diamanten versorgt, jedoch wozu?
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Ein weiterer Menüpunkt, und zugleich Ansporn für mehrmaliges Durchspielen, ist die Schatzkammer. So gibt es dort Artworks zu den Helden und Monstern, aber auch Merchandising-Geheimakten und die witzigste Idee: House Rules, sog. Hausregeln, mit denen man das Spiel modifizieren kann. Bei "Stachelschwein" verliert man bei jedem Treffer Gold statt Gesundheit und sobald man leer ist, stirbt man. Diese Modi kosten allerdings schon mal 250 Diamanten.
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Eine Bestenliste zeigt euch zudem noch euren Rang inklusive NNID und EP. Somit könnt ihr euch mit Kämpfern aus der ganzen Welt messen.
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Neben der Anzeige der gefundenen Schätze, gibt es eine Leiste mit den meistgespielten Charakteren und per Y sind Details aufrufbar, die mit Gesamtspielzeit, getötete Freinde, Trefferchance et.c aufwerten. Im unteren Bereich ist euer Name und Level einsehbar und wieviel ihr zum Aufstieg benötigt.
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Die Hilfe- und Optionen-Abteilung mag für viele nicht nenneswert sein, man will ja schließlich was vom Spiel erfahren, jeddoch gibt es auch hier etwas für's Auge. Denn der Bildschirm lässt sich auf ungewöhnliche Art modifizieren. So gibt es eine Breitbildansicht ohne Herausforderungen-Anzeige, aber auch eine Automaten-Komplett-Ansicht und man fühlt sich, als würde man direkt in der Spielhalle davor stehen. Einmal die linke Seite und auch die rechte Seite des Automaten Bildschirms inklusive Arcade Sticks und Knöpfe ist anwählbar. Eine Scanlinien-Funktion gibt es auch.
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Die Grafik ist ebenfalls weich oder scharf einstellbar. Zu der Steuerung gibt es nicht viel zu sagen, denn 4 Knöpfe reichen aus. Mit A wird gekämpft, mit B gesprungen, mit Y wählt man die Zweitwaffen bzw. das Inventar aus, die man mit X aktiviert. Sehr wichtig!: Schaut euch zu Beginn die "So wird's gespielt"-Anleitung durch. Dort findet ihr allgemeine Diinge wie Angriff und Sprung, allerdings besitzt jede Klasse an Helden unterschiedliche Angriffe, die zwar alle relativ gleich ausgeführt werden, aber gut zu wissen, was man alles machen kann.
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Halt, Stop, Nicht so schnell!
Mein erstes Erlebnis mit dem Spiel war viel zu hektisch. Zuerst habe ich natürlich das viel umfangreichere SoM angefangen, dass mehr Charaktere, mehr Moves und schnelleres Gameplay aufweist als ToD. Bis ich gemerkt habe, dass wie im richtigen Arcade-Stil alles auf Zeit geht und ich nur 20 Sekunden für die Charakterauswahl habe, von denen es in SoM 6 an der Zahl gibt (Kämpfer, Zwerg, Kleriker, Elf, Magier und Dieb), blieb mir für die Auswahl und Begutachtung der Klasse nicht viel Zeit und ich wurde mit der Elfe ausgerüstet. Der Text zischt ebenfalls nur für schnelle Leser an einem vorbei und dann geht es ans Eingemachte.
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Der Schwierigkeitsgrad ist in 6 Stufen auswählbar und ich habe mich für Stufe 2, dem Lehrling entschieden. Die kleinen Goblins hab ich mit ein paar Schwerthieben erledigt, dann habe ich mir die Zweitwaffen angeschaut, nach kurzer Zeit kamen größere Gegner und ich war tot. Der Continue-Zähler geht abwärts, da drücke ich + und starte als neue Elfe in neuem Gewand. Kurze Zeit später; erneut tot. Dann schaue ich mir in den Optionen "So wird's gespielt" genauer an, was jeder Zeit möglich ist und auch jeder tun wird. Danach möchte ich weiter als Elfe spielen und stehe nun als Zwerg da. Ok dachte ich mir, darf man wohl nur zweimal sterben. Nach kurzer Zeit war der Zwerg tot und ich war wieder eine Elfe. Ich war komplett verwirrt und habe das Level mit Mühe und Not samt Endgegner besiegt. Dann entdeckte ich, dass man das Spielgeschehen verschnellern kann, wenn man nach links drückt. Nun durfte ich den Namen meiner Elfenheldin eingeben. Nach kurzer Überlegung schaffte ich 2 Buchstaben, weil dort ebenfalls ein Counter von 10 Sekunden abwärts zählte und meine Elfe hieß letzendlich "SE" . Irgendwie verging mir so ganz langsam die Lust, aber ich gab dem Spiel noch weitere Minuten und erlebte pures Chaos und ging etwas gefrustet ins Bett.
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Die Erleuchtung ist gekommen
Ich hoffe, bis hierhin konntet ihr etwas lachen, denn im Nachhinein muss ich das jetzt auch. Aber wenden wir das ganze doch mal zum Guten, denn das Miiverse hat mich erleuchtet. Es wurde mir empfohlen mit ToD anzufangen, da dies, wie schon erwähnt, der Vorgänger sei und der Einstieg um einiges leichter wäre.
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Gesagt getan. Per Minus Taste schalte ich auf Tower of Doom um und starte den Arcade Modus. Die vier Standard Charaktere sind mit einer angemessenen Zeit auswählbar und zugleich auch der Name, für den man sich diesmal 30 Sekunden Zeit lassen kann. Einen Blick in die "So wird's gespielt"-Ecke zeigt mir eine deutliche Einschränkung der Aktionen, die fast nur aus einfachen Schlagattacken besteht. Das Spiel fühlt sich insgesamt langsamer und gemäßigter an, jedoch nicht unbedingt leichter. Durch die kleinere Zweitwaffenwahl fühlt man sich auch nicht so überfordert. Extrem auffällig ist das nämlich bei der Elfe. In ToD hat sie noch ein Auswahlrad ihrer Zauberfähigkeiten, während sie bei SoM gleich 3 Auswahlräder hat, eine mit Waffen, eine mit Zauber und nochmal Extras wie Elementarangriff und Unischtbarkeit. Da das Spiel bei der Auswahl aber nicht pausiert, bekommt man gelegentlich währenddessen eins auf den Deckel und die Energie sinkt schnell.
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Das Spiel bietet nich nur einfaches Durchlaufen der Kapitel, sondern ab und zu darf man sich für einen Weg in alter Pen-and-Paper-Rollenspiel-Manier entscheiden. Helfen wir den Gefangenen im Dorf oder schreiten wir gleich in die Höhlen? Je nach Entscheidung, sind somit andere Wege erforschbar. Die Level sind nicht sonderlich lang, jedoch abwechslungsreich. So findet man sich mal auf einem Schiff, in einem Moor, in Höhlen und Städten wieder, die auch versteckte Räume mit Schätzen und aber auch Gegnern aufwarten. Aber das ist noch nicht genug, denn einige Räume sind mit Fallen gespickt und so kommt es schon mal vor, dass ihr nach dem Öffnen einer Kiste in Flammen steht.
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Schatztruhen und Gegner lassen nicht nur Geld fallen, auch sofortige Heiltränke und Zweitwaffen des jeweiligen Charakters gilt es aufzusammeln. Während der Kleriker Schriftrollen für imposante Einfrierzauber einsammeln und entfachen kann, sammelt die Elfe eher Pfeile für Bogenangriffe ein. Münzen sollten sowieso eingesammelt werden, da man am Ende des Kapitels jeweils einen Shop besuchen darf, der die aktuelle Lebensenergie durch ein Fläschchen auffüllt, ebenso Pfeile, Wurfmesser, Wurfhammer und Ölfläschen für ein brennendes Vergnügen gibt es zu kaufen.
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Kommt her...ich hab noch Continues!
Die Gegner erscheinen immer scharenweise. So bekommt man es mit 5 Goblins zu tun, 2 Gnollwolfs, 3 Höllenhunde und die bekannten Eulenbären. Ja, wer sich im Dungeons-&-Dragons-Universum auskennt, wird natürlich sofort die typischen Elemente erkennen. Die Endgegner wie der Dunkle Elf oder der schwarze Drache, werden euch defintiv auf Trab halten und mit allerlei abwechslungreichen Angriffen bedienen. Glücklicherweise hat man jede Menge Continues und schadet dem Gegner zudem noch, wenn man neu in die Kampfarena zurückkehrt.
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In alter Capcom-Manier bzw. Street Fighter, sind spezielle Attacken ausführbar wie z.B. mit unten->rechts->Attacke oder unten->oben->Attacke. Mit unten->rechts->Sprung führt man einen Bodenrutscher aus, der sowohl zum Ausweichen dient, als auch zum schnelleren Einsammeln der Gegenstände, die man normalerweise mit A mühsam aufsammeln muss. Ein Nachteil ist nämlich, dass diese realtiv schnell wieder verschwinden. Extrem fällt das nach Besiegen der Endgegner auf. Da solltet ihr schnellstens zu den Gegenständen hinlaufen und wie wild A drücken oder sliden, denn ruckzuck rennt euer Charakter ins nächste Kapitel und die meisten Sachen liegen noch da.
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Schade ist weiterhin, dass man die Rüstungen bzw. Gegenstände nicht inspizieren kann, was die denn nun bringen. Bei ToD sieht man sie gar nicht, bei SoM kann man per Minus-Taste immerhin oben erkennen, welcher Gegenstand ausgerüstet ist, an Hand, Fuß, Hals, Kopf. Jedoch sieht man nie genau, was es denn bringt, wie in typischen RPGs eben. So poppt auch mal die Nachricht auf, wie "Der Ring des Blablabla" ist zerbrochen.
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Die meiste Zeit werdet ihr wahrscheinlich Button-Smashing betreiben, denn es ist nunmal ein Action-Game. Aber auch wenn der A-Knopf ständig gedrückt wird, sollte man sich dennoch mit der Steuerung bzw. den Möglichkeiten vertraut machen. Denn auch wenn die Continues da sind, kann durch geschicktes Ausweichen oder Blocken per A-Taste halten und zurückdrücken, viel Schaden abgewendet werden. Dadurch fängt man auch an, Combos zu entwickeln, Angriffe zu kombinieren, Zauber geschickt einzusetzen, Sprungattacken zu timen und schwupdiwup erhält das Arcade Game mehr Tiefe und macht dadurch mehr Spaß. Allerdings werden euch die großen Endgegner trotzdem stark fordern.
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Bei den Zaubern muss ich allerdings noch etwas Negatives einwerfen, denn wenn diese aktiviert werden, stoppt das Spielgeschehen und eine imposante Animation wird entfacht. Das mag im Einzelspieler-Modus super sein, aber im Multiplayer ist das ganz schön nervig. Denn wenn man als Krieger unterwegs ist, gerade Gegner vermöbelt und ständig die Elfe das Spiel einfriert um mit Magiekugeln umsichzuwerfen, trübt das doch etwas den Spielfluss.
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Gute alte Zeiten
Vom grafischen Standpunkt her, sieht das Spiel top aus. Die 2D-Sprites laufen durch typisch animierte Level und SoM setzt noch einen drauf. Der zweite Teil wirkt etwas polierter und bietet sogar grafische Spielereien. So gibt es einen Rundtreppenlevel und während ihr nach rechts weiterlauft, dreht sich die Treppe im Kreis, als würde man tatsächlich entlanglaufen. Dann stoppt man und sieht im Hintergrund, wie die Gegner aus der Ferne die Treppe hochgerannt kommen, ein sehr cooler Effekt.
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Die Charaktere sehen toll aus und haben ebenfalls das typische Capcom-Flair, vor allem die Neuzugänge in SoM, die Diebin und der Magier, sehen fast schon zu modern und flippig aus, erinnern etwas an Project X Zone. Alle Charaktere kommen in zwei unterschiedlichen Kostümen daher, die nach den Continues wechselbar sind.
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Die Musik ist in Ordnung. Es werden typische Rollenspiel-Melodien gespielt, allerdings wiederholen sie sich manchmal zu oft. Jubelnde Helden und krachende Soundeffekte runden alles aber sehr schön ab.
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FAZIT:
Auch wenn ich einen schweren Start hatte, muss ich sagen, dass Chronicles of Mystara Spaß macht. Genau wie die Turtles- oder Battletoads-Spiele, bekommt man hier kurzweiliges Gegner-Verkloppen geboten, auch wenn mit etwas Strategie mehr Erfolg herausspringen kann. Zusätzlich kann man sich noch bis zu vier Leute schnappen oder online in Gesellschaft Monster bekämpfen.
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SoM macht letztendlich sogar noch mehr Spaß als ToD, da es etwas komplexer und ausgereifter wirkt. Jedoch sollte man sich mit ToD erst einmal an das System gewöhnen und mit einer Stunde Spielzeit dürfte das auch nicht all zu lange dauern.
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Die 15 Euro finde ich persönlich etwas hoch, allerdings gibt es hier zwei Spiele in einem und es ist einfach Arcade. Münze einwerfen, eine Weile spielen und das nächste Mal wiederkommen, denn für eine Runde Monster vermöbeln ist das Spiel klasse!
Dennis Singleplayer: 82%
Multiplayer: 88%


Verfasst von Dennis am 27.09.2014,
bemustert durch Capcom Entertainment Germany
für bis zu 4 Person/en
Release am 12.09.2013