Cover: PuddleZugegeben, der Titel "Puddle" (auf Deutsch: Pfütze, Lache) klingt jetzt nicht gerade sehr eindrucksvoll, man kann sich nicht wirklich etwas darunter vorstellen und könnte es daher schnell als irgendeine billige Schnellproduktion zum Release der Wii U abstempeln. Doch die Realität ist vermutlich eher, dass man sich gerade wegen dieses Titels Gedanken über das Spiel macht, ein wenig darüber recherchiert, das eine oder andere Video ansieht oder aber auch einen Bericht wie diesen hier liest. Schnell wird klar, dass in dieser Pfütze eine Menge Bewegung steckt, die es nun auszureizen gilt.

Fließbandarbeit
In diesem Geschicklichkeitsspiel übernimmt man die Kontrolle dieser Pfütze und steuert sie mithilfe des Wii U GamePads durch verschiedene Level. Man bewegt hierbei nicht wirklich die Pfütze, sondern vielmehr das ganze Level, indem man es nach links oder rechts dreht und selbiges auch mit dem GamePad tut. Komplett auf den Kopf stellen kann man das Level zwar nicht, aber zumindest lässt es sich so weit drehen, dass sich die Pfütze transportieren lässt - wenn man will, kann das Ganze auch mit sehr hoher Geschwindigkeit vonstattengehen.

Damit die Flüssigkeit aber nicht unbeschwert durch den Raum rauschen kann, gibt es nicht wenige Fallen, die daran hindern, immer mit Vollgas durch das Level zu brettern. Abhängig vom Level variiert auch die Flüssigkeit, die transportiert werden muss. Ist man mit einer Wasserpfütze unterwegs, stellt Feuer eine große Gefahr dar, da hier das Wasser verdunsten kann. Der Trick ist also, Feuerstellen zu umgehen und wenn dies nicht möglich sein sollte, sie möglichst schnell zu passieren. Eine Anzeige oben links verrät dabei die Menge an Wasser, die von der Startflüssigkeit übrig geblieben ist. Sinkt diese unter einen rot markierten Strich, wurde zu viel Wasser verbraucht und man muss das Level neu beginnen.
Screenshot Screenshot
Zu langsam sollte man alles aber auch nicht gestalten, denn wie bei jeder Art von Geschicklichkeitsspiel ist der gute alte Freund Zeit wieder mit dabei. Es gibt in Puddle zwar kein Zeitlimit, aber je besser - vielmehr kürzer - die gebrauchte Zeit am Ende des Levels ist, desto höher ist die Auszeichnung - eine Medaille, in Gold, Silber oder Bronze, welche zum Highscore beitragen. In einem Menüpunkt lässt sich nämlich checken, wie man weltweit so steht: Es handelt sich hierbei also nicht um einen persönlichen Highscore, sondern - mal ganz übertrieben gesagt - um einen Kampf um den Weltrekord. Hier werden alle Scores aus jedem Level addiert und mit Spielern aus aller Welt verglichen.
Screenshot Screenshot
So viel erst einmal zum Kern des Spiels, kommen wir nun zu den Feinheiten. Neben Wasser als Flüssigkeit stößt man von Abschnitt zu Abschnitt immer wieder auf eine neue Substanz mit einer anderen Fähigkeit bzw. einer anderen Schwäche. In einer Baumwelt hantiert man hauptsächlich mit Unkrautvernichter und Dünger, welche Taugebiete und fleischfressende Pflanzen meiden sollten. Der Unkrautvernichter ist in der Lage, bestimmte Pflanzen zu zerstören, damit neue Wege freigegeben werden können. Der Dünger im Gegensatz fördert das Wachstum der Pflanzen, sodass man mit deren Hilfe nach oben befördert wird. Hier hat man aber jeweils immer nur eine der beiden Substanzen pro Level zur Verfügung, die Substanzen können sich also nicht vermischen aus auswählen lassen. Erstmals kann man hier auch mit der Flüssigkeit Gegenstände transportieren, weil man in einem späteren Bereich benötigt, um weiterzukommen.
Screenshot Screenshot
In einer Laborwelt befindet sich die Substanz, in diesem Falle Kohlenstoff, in einem Glas, aus dem es nicht auslaufen darf. Auch hier gilt wieder: kein Kontakt mit dem Feuer, denn schließlich ist Kohlenstoff schnell entflammbar. An manchen Stelle lässt sich der Feuerkontakt auch nicht vermeiden, daher muss schnellstmöglich Wasser zugeführt werden, damit das Level nicht scheitert. Das Glas selbst darf auch von keinem anderen Gegenstand umgestoßen werden, hier ist also eine vorsichtige, langsame Vorangehensweise gefragt. Kurzum muss man sich der transportierten Flüssigkeit immer wieder neu anpassen, um nicht einen Misserfolg zu erleben.
Screenshot Screenshot
Die Level werden schnell zunehmend schwerer und taktischer, sodass man schon mal das eine oder andere verpatzt. Wem das noch zu wenig ist, der kann sich den Herausforderungen annehmen, die in einigen Leveln bereit stehen. Hier muss man bestimmte Aufgaben erfüllen, beispielweise eine Abkürzung finden oder keinen Tropfen Flüssigkeit zu verschwenden. Schafft man diese Herausforderung, gewinnt man Punkte. Seine Gesamtpunktzahl kann man ebenfalls im Menü begutachten.
Screenshot Screenshot
Eine kleine Kaffeepause
Mit einem Schwall Flüssigkeit durch die Gegend zu schubbern klingt zwar nicht sehr aufregend, aber Puddle hat es geschafft und weiß durch eine interessante Grafik mit einem gut gestalteten Menü und einem durchdachten Spielprinzip zu begeistern.
Screenshot Screenshot
Allerdings muss man sich fragen, warum man mit Puddle bis zum Erscheinen der Wii U gewartet hat, denn das wirkliche Potenzial der Konsole präsentiert Puddle nun nicht unbedingt. Da man nur das Kippen des GamePads zum Spielen benötigt, fragt man sich natürlich, ob man das Spiel nicht auch mit einer WiiMote hätte steuern können. Der Touchscreen des Gamepads bleibt nämlich völlig ohne Funktion und irgendwie starrt man während des Spiels die ganze Zeit nur darauf, obwohl beim Fernseher genau das gleiche zu sehen ist.
Screenshot Screenshot
Hinzu kommt, dass man beim Gamepad nie weiß, wie weit man es drehen muss, bis Schluss ist. Anfangs habe ich das Ding beinahe auf den Kopf gestellt, bis ich auf dem TV-Bildschirm sah, dass man es nur einige Grad drehen braucht, bis dass Limit erreicht ist. Einen Multiplayer gibt es hier leider auch nicht oder zumindest nur insofern, dass es diese Highscoreliste aus aller Welt gibt, bei der man versuchen kann, ganz nach oben zu kommen.
Screenshot Screenshot
Fazit
Letztlich ist Puddle ein echt schickes Stück Software, das lediglich nicht unbedingt bis zum Release der Wii U hätte warten müssen.
«Salzklinge» Singleplayer: 79%

Verfasst von «Salzklinge» am 18.12.2013,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 1 Person/en
Release am 30.11.2012