Cover: Soul AxiomDer Kinofilm Transcendence hat es vorgemacht und klar gezeigt, wie gefährlich es sein kann, seine Präsenz in eine digitale Welt zu transferieren. Im Jahre 2027 haben Wissenschaftler die Welt Elysia geschaffen, in der es möglich ist, mit seiner Seele einzutauchen. Man könnte Elysia als eine Art Traumwelt ansehen, Nutzer können ihre kostbarsten Erinnerungen erkunden und dies unabhängig von den Grenzen ihrer weltlichen Existenz. Allerdings scheint das System nicht mehr sicher zu sein und irgendeine Kreatur treibt ihr Unwesen. Nun dürft ihr die düstere Cyberwelt erkunden.

Wenig zu tun
Zu Beginn befindet ihr euch auf einem Piratenschiff in dunkler Umgebung und dürft eure ersten Schritte in der Welt von Elysa machen. Begleitet von Echos und einer Stimme, bekommt ihr stets kryptische Nachrichten mitgeteilt. Nach einer Weile erhaltet ihr auch den ersten Eindruck des Systems und bald findet ihr eine Art Gebilde, das eure Hände mit blauer Energie durchfließen lässt. Soul Axiom besteht nämlich hauptsächlich aus langen Wegen, planlos durch die Gegend zu laufen und Dinge auf immer wieder der gleichen Art zu verschieben, aktivieren etc.

Anfangs könnt ihr mit der blauen Power diverse Materie erscheinen und verschwinden lassen. So gibt es Türen, die mit blauen Schimmern umgeben sind und bei Aktivierung der ZL- bzw. ZR-Taste manipuliert werden. Ein blaues Gitternetz zeigt euch, ob es vorhanden ist oder nicht. Im nächsten Abschnitt befindet ihr euch beispielsweise in ägyptischer Umgebung und müsst Statuen drehen, damit ein gebündelter Sonnenstrahl bestimmte Elemente an den Wänden berührt; daraufhin öffnet sich ein weiterer Weg.
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Im späteren Verlauf werdet ihr weitere Fähigkeiten lernen und per Steuerkreuz zwischen ihnen wechseln können. Leider sind die Rätsel weniger spektakulär ausgefallen, als ich es mir gewünscht hätte. Meistens gibt es nur Trial-and-Error-Situationen und keine echte logische Schlussfolgerung. Manchmal steht man in den riesigen Arealen und weiß einfach nicht, was man als nächstes tun soll.
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Groß aber nicht großartig
Soul Axiom ist ein zweischneidiges Schwert. Die Entwickler haben versucht, eine riesige Cyberwelt aufzubauen, die in ihrem Umfang das Gefühl unendlicher Weiten vermitteln soll. So gibt es zwölf unterschiedliche Umgebungen, die alle wie in "Tron" miteinander per Hub verbunden sind. Immerhin haben sie versucht, genug Abwechslung einzubringen und so versetzt Soul Axiom euch an Orte, wie Azteken-Ruinen, ein Krankenhaus, eine Raumstation oder ein riesiges altes Schloss. Jedoch sind die Räumlichkeiten mit wenig Details ausgestattet. Manchmal hatte ich das Gefühl, es sei Absicht, um diese Leere und Verlorenheit darzustellen. Denn die Atmosphäre ist teilweise wirklich gut - zumal mit dieser leichten Musik und den seltsamen Tönen. Die Farben und gruselige Darstellung ziehen einen irgendwie schon in diese Cyberwelt hinein, wird aber durch unsaubere Grafiken wieder zerstört.
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Weiterhin ist die Story nicht wirklich gut aufgebaut. Es gibt viele Storylücken und die Cutscenes sind auch nicht das Gelbe vom Ei. Die Charaktere wirken flach und ihr baut nicht wirklich eine Beziehung zu den einzelnen Personen auf. Dann ist es wiederum ein guter Effekt, mit all den Fragen allein gelassen zu werden, aber irgendwie auch doch nicht. Somit fühlte ich mich immer hin- und hergerissen zwischen "Wow, das sieht cool aus und wirkt super" und dann wieder "Ich laufe hier planlos herum und löse öde Rätsel".
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Nehmen wir das Spiel "Portal" zum Vergleich, was hauptsächlich aus Lösen cleverer Rätsel, gepaart mit Story-Elementen besteht. Ich konnte gar nicht genug bekommen, und die nächste Gemeinheit zu meistern. In Soul Axiom finden die Rätsel auf jeden Fall Platz, vor allem die Idee, wie sie in die Welt platziert werden, aber es hapert eben an der Umsetzung und am fehlenden Ideenreichtum. Ich konnte es kaum erwarten, endlich mit dem Rätsel irgendwie fertig zu werden und weiter voranzukommen.
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Hallo? Jemand hier?
Wie schon gesagt, sind die Welten vom Stil her durchdacht, hätten aber grafisch etwas mehr Feinschliff benötigt. Ich verstehe, dass die Entwickler die Welten wohl absichtlich so gestaltet haben, aber irgendwie fehlt mir einfach das gewisse Etwas.
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Bugfixes wären ebenfalls schön gewesen, denn immer wieder schleichen sich Clippingfehler und ähnliche Makel ein. Die Idee, immer wieder flüsternde Stimmen zu hören, hat mir schon das Gefühl gegeben, verloren zu sein und hat gut zur Atmosphäre gepasst. Doch die Synchro-Arbeit hätte noch ein Tick überzeugender sein dürfen.
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FAZIT
Soul Axiom hat mich sofort angesprochen, als ich davon hörte. Eine Cyberwelt der Marke Tron, mit Puzzleelementen und düsterem Setting... Aber irgendwie hat es mich nicht vollends überzeugt. Die Welten sind interessant und abwechslungsreich, und vermitteln das gruseliges Gefühl, in eine kalte Welt zu tauchen. Aber Spaß kam bei mir meistens einfach nicht auf.
Dennis Singleplayer: 50%

Verfasst von Dennis am 23.10.2016,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 1 Person/en
Release am 29.09.2016