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Trine 2: Director's Cut

Nintendo Wii U

Trine 2: Director's Cut, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ab 12 Jahren gemäß § 14 JuSchG Wii-Fernbedienung Wii Nunchuk Wii Classic Controller Wii U GamePad Nintendo Network Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 30.11.2012, Preis: 13,49€, 1-3 Spieler/innen
WIR HABEN DIE EHRE
Wow, Trine 2 sieht klasse aus! Ich meine wirklich klasse! Allein das war schon ein Grund, die Zeit des Downloads nicht abwarten zu können; Trine 2 wirkt aufgrund seiner grafische Präsenz einfach zu vielversprechend. Und? Hält es, was die Bilder vermitteln? Mal schauen.
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Für diejenigen, die wie ich vor dem Download für Wii U, weder Trine noch Trine 2 kennen, sei zunächst erklärt, worum es geht. Nämlich um die drei Helden dieser Jump'n'Run-, Hack'n'Slay-, Geschicklichkeits- und Physikrätsel-Mischung. Amadeus ist Magier und kann Dinge erschaffen oder bewegen. Pontius ist Krieger und für das Grobe zuständig. Er ist die Muskeln des Trios und lässt mächtige Hiebe mit Schwert und Hammer sprechen. Zoya ist Diebin, zieht es aber vor, bei Feinden auf Distanz zu bleiben und bekämpft diese lieber mit Pfeil und Bogen. Außerdem ist sie mit ihrem Seil eine Meisterin der Akrobatik. Diese drei nun müssen - wer hätte was anderes erwartet!? - das Königreich vor dem Bösen retten. Dies tun sie, indem sie sich durch die Level bis ans Ende vorarbeiten.
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Wir haben also die Ehre, dem Trio mittels GamePad in Händen zu sagen, was sie tun sollen. Sei es laufen, springen, mit Schwert, Hammer oder Pfeilen Gegner zu schnetzeln, oder Lösungen für Rätsel zu finden, damit es weitergehen kann. Manchmal sind diese Rätsel einfach, etwa: Eine Empore ist nicht zu erreichen. Für Zoyas Seil findet sich nirgends Halt und nirgends ist ein Gegenstand oder eine Plattform, über die man höher gelangen kann. Also muss Amadeus einen Würfel erscheinen lassen. Nun springt man auf den Würfel und kann jetzt auch bequem auf die Empore springen. Manchmal sind diese Rätsel schwieriger, wie zum Beispiel die Stelle mit der Riesenschnecke, die einen Eingang versperrt.
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Nicht nur, dass man mit viel Geschick und Balance auf dem Weg zu ihr nicht von den sich bewegenden Baumstämmen fallen oder sich von Goblins einen Kopf kürzer machen lassen darf, man muss auch überlegen, wie man an der Schnecke vorbei kommt. Bloßes Angreifen mit Waffen bringt nichts und auch Amadeus' Würfel helfen nichts. Aber da rinnt ja Wasser hinab, auf ein Brett, das nach rechts geneigt ist... hmmm..., wenn man das Brett vielleicht irgendwie nach links neigen könnte, dann würde das Wasser auf die andere Seite plätschern und dann könnte man doch vielleicht... hmmmm...?
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FÄHIGKEITEN
So geht es pausenlos und man muss alle Fähigkeiten, vereint in den drei Heldenfiguren, so nutzen, dass sich Rätsel lösen, Balance- und Sprungpassagen nehmen und Gegner erledigen lassen. Um das zu bewerkstelligen, ist nötig, zwischen Amadeus, Pontius und Zoya zu wechseln, je nachdem, wen man gerade benötigt. Praktisch ist, dass der Wechsel fliegend ist, ohne Zeitverlust.
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So hat man kein Problem damit, immer auf alle drei gleichzeitig aufpassen zu müssen. Allerdings haben alle drei ihre eigene Energieleiste. Und wenn man in Gestalt von z.B. Amadeus stirbt, dann kann man auch seine Fähigkeiten nicht nutzen, also muss man entweder den Spielstand neu laden, was aber teils fatal ist, weil man sonst diverse Level-Meter erneut meistern muss, oder man versucht, an bestimmten Punkten in den Leveln, Energie zurückgewinnen, bzw. den oder die gestorbenen Charaktere wiederzubeleben, denn solange man wenigstens einen Charaktere am Leben erhält, sieht man das Game-Over-Logo nicht - was dazu führte, in jedem Fall den Spielstand neu zu laden.
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Leider nur hat man manchmal dennoch keine Ahnung, was man jetzt bloß machen soll, denn manche Rätsel haben es teils so derbe in sich, dass man irgendwann genervt aufgibt, im Web nach Lösungen sucht, oder man schlicht durch Trial and Error alles durchprobiert, was einem spontan einfällt. Gerade bei den Passagen mit schwer zu erreichenden Plateaus und Emporen weicht man dann schnell darauf aus, mit Geduld und Zoyas Seilfertigkeiten und/oder Amadeus Objekt-Erschaffung- und -Bewegungs-Fähigkeiten schlicht doch irgendwie so weit nach oben zu gelangen, dass es so geraaaaade eben noch ausreicht, um weiterzukommen. Und tatsächlich schafft man es ab und zu, auf diese Weise von den Designern offenbar nicht vorgesehene Situationslösungen - in Anführungszeichen! - "zu finden".
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STEUERUNG
Auf dem GamePad wird mit Schulttasten, (linkem) Analog-Stick, Buttons und Touchscreen zugleich gespielt. Sodass man nicht umhin kommt, zwischen herkömmlicher Daumenstellung und Herumgetatsche auf dem Touchscreen wechseln zu müssen, da einige Dinge nur darüber funktionieren, wie etwa das Zielen mit Pfeil und Bogen oder dem Erschaffen und Bewegen von Objekten. Dies ist immer wieder notwendig, da nur sehr wenige Passagen im Spiel es erfordern, länger als 1-2 Minuten ohne diese Fähigkeiten auszukommen, denn meistens ist man darauf angewiesen, verschiedenene Fähigkeitenkombinationen zu nutzen. Deshalb muss man immer wieder seine Handstellung anpassen.
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Verschlimmernd kommt hinzu, dass in hektischen Momenten, in denen man häufig und schnell zwischen den drei Protagonisten hin- und herwechseln muss, man auch gern mal danebentippt und so dann ein Leben verwirkt oder man Aktionen verwechselt, weil man eines saftigen Hiebes von Pontius auszuteilen, steht Amadeus nur doof dar und - plumps - ist er Geschichte.
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Mit Wiimote und Nunchuk funktioniert das Ganze meiner Meinung nach etwas besser. Da sich die Fähigkeiten, die beim GamePad über Touchscreen realisiert werden, quasi direkt integriert sind: B halten, Pointen/Bewegungsgeste, fertig. So lässt sich intuitiver mit Pfeil und Bogen zielen oder auch mal eine von Amadeus' Boxen hinzaubern. Schade aber, dass die anderen Dinge, wie etwa der Sprung, doof belegt sind, denn mit Z zu springen klappt erst nach einigen Minuten zufriedenstellend, und trotzdem fühlt es sich nie natürlich an, denn auf Z hätte ich lieber den Charakterwechsel gehabt, statt auf dem Steuerkreuz.
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Leider gibt es nirgendwo im Spiel eine Möglichkeit, egal ob GamePad oder Wiimote plus Nunchuk, die Buttonbelegung nach eigenem Gusto zu gestalten. Das wäre eine große Hilfe gewesen.
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Außerdem bietet der Titel noch die Steuerung per Classic Controller an. Auch das funktioniert recht gut, vor allem, da der Sprung-Button auf A und der Charakterwechsel auf R liegt. Gepointet wird dann sozusagen mit dem rechten Analogstick. Auch das klappt besser als erwartet, wenngleich man in stressigen Augenblicken die gewünschte Geste eher hinklatscht, was dazu führt, dass diese nicht immer korrekt erkannt wird. Trotzdem lobenswert, dass auch so gespielt werden kann.
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Verwirrend ist für mich hingegen, wieso nicht mit dem Pro Controller gespielt werden kann - wo der Classic Controller ja akzeptiert wird. Laut eShop wird der Pro Controller angeblich auch unterstützt, aber ist das Spiel gestartet, schaltet sich der Pro Controller einfach nicht an. Drückt man einen Button, um ihn anzuschalten, sucht er kurz die Wii U und geht danach sofort wieder aus - egal wo im Spiel man es versucht. Tja, dann eben nicht...
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DESIGN
Grafik und Sound sind schlicht: WOW! Was auf Screenshots schon klasse rüberkommt, kommt in Natura nochmals besser - einfach WOW! Nicht nur, dass alles hochqualitativ gezeichnet und komponiert ist, nein, auch die Motive selbst sind toll. Die Level voller Feen, Goblins, dichten Wäldern, feuchten Höhlen, wunderschönen, aber tödlichen Tieren und Gefahren ist schlicht: WOW!
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Interressant und ein Stück weit auflockernd ist, dass Amadeus, Pontius und Zoya ihre Fähigkeiten erweitern oder neue dazulernen können, durch Fertigkeitenbäume. Leider fühlt sich das nicht wirklich konsequent an, denn man darf zu jeder Zeit und so oft man will, alle Fertigkeiten wieder verlernen und darf dann auch sofort alle Punkte neu umskillen. Einerseits verständlich, denn wäre dies permanent, hätte man ein Problem damit, weiterzukommen, wenn man sich zu Beginn und noch unwissend, verskillt hat, andererseits ist das nunmal ein seltsamer Kompromis, weil es so wirkt, als habe man eine legale Möglichkeit, das Spiel zu betrügen.
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Meiner Meinung nach hätte es beim Designen des Spiels dazugehört, die Level so zu gestalten, dass alle kritischen Stellen mit jedem irgendwie gearteten Fertigkeitenbaum zu schaffen wären. Ich finde sogar, das hätte das Spielerlebnis intensiviert, weil man so eine ganz eigene, individuelle Lösung hätte finden können, statt einfach umzuskillen, damit es halt gerade passt, wie Situation X es vorsieht. Oder anders formuliert, die genannten Stellen hätten so gestaltet werden müssen, dass man wenigstens 2 oder 3 Möglichkeiten hätte, daran vorbeizukommen.
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Einen Multiplayer gibt es übrigens auch. Lokal geht es zu zweit oder dritt, wobei dann jede/r Spieler/in einen Charakter steuert, bzw. auf den gerade ungenutzten Charakter wechseln kann. Das klappt sehr gut und ist in der Tat spielspaßfördernd, da man so gern über kleine Mängel in der Steuerung hinwegsieht, denn so können auch 2 oder 3 Charaktere auf einmal gesteuert und so der Gegnerschar besser Herr geworden werden.
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Online geht es ebenfalls, allerdings ohne Video-Chat-Funktion, was sehr schade ist. Dafür aber gibt es Voice-Chat und das Gameplay ist ohne Lag-Stottereien, was auch etwas wert ist. Da es mir offline etwas besser und online etwas schlechter gefällt, vergebe ich deshalb für den Multiplayer auch dieselbe Note wie für den Singleplayer.
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FAZIT
Die grob 15-20 Stunden Spielzeit dieses PC-Ports (inklusive der Erweiterung "Goblin Menace"; darum heißt Trine 2 auf der Wii U auch "Director's Cut") sind nicht so verflixt geil wie die Grafik es verheisst. Trine 2 finde ich deshalb nur "gut", für mehr langt es bei mir leider nicht. Das tolle Tutorial-Intro mit dem genialen Erzähler und seinem coolen Akzent, die ersten Schritte durch schmale Gassen und das dichte Dickicht des Waldes! Das erste Mal Schwingen mit dem Seil, die ersten paar Mal, wenn Amadeus eine Box erscheinen lässt - genial! Wirklich, echt!
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Aber so nach und nach nimmt man mit der Zeit Mängel wahr: dauerndes Umskillen der Fähigkeiten und eingie Rätsel sind einfach so fummelig, dass manchmal auch 30 Minuten voller Herumprobiererei nicht weiterhelfen und man sich vorerst demotiviert fühlt. Auch die nicht optimal belegte Steuerung und die oft ähnlich funktionierenden Rätsel (Plattform erreichen oder ein Hindernis überwinden) tragen ihren Teil dazu bei.
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Trine 2: Director's Cut ist gut, aber nicht SO gut. Und wären Grafik und Sound nicht so, wie sie sind, würde man in der Gamer-Welt vermutlich weit weniger Notiz von Trine 2 nehmen.

TheUnknown *, 10.460 Zeichen, veröffentlicht am 14.09.2015 •
Singleplayer: 73%
Multiplayer: 73%

Für die Bemusterung bedanke ich mich bei Nintendo
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
Durchschnittliche Wertung von 3 User/innen:
Singleplayer: 75,67%
Multiplayer: 77,00%
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Bilder

Trine 2: Director's Cut, Screenshot #1 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #2 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #3 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #4 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #5 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #6 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #7 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #8 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #9 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #10 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #11 Trine 2: Director's Cut, Screenshot #12

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