Cover: Zack & Wiki: Der Schatz von BarbarosMeine Damen und Herren, liebe Anwesende, liebe Retrofans! Ich danke ihnen für ihr zahlreiches Erscheinen und heisse sie herzlich willkommen!

Wir alle erinnern uns an so grandiose Point-&-Click-Adventures wie Sam & Max Hit The Road oder Maniac Mansion: Day Of The Tentacle; was haben wir sie geliebt, und lieben sie noch heute.

Ja, schade nur, dass es heute nicht mehr solch tolle Games gibt. Da bleibt uns wohl nichts anderes übrig, über ScummVM und ähnliche Hilfsmittel in den Genuss dieser wunderbaren Klassiker zu kommen, sofern der eigene PC nicht aus den frühen Neunziger-Jahren stammt. Der Charme, der Humor, die Dialoge, die Rätsel, der teils absurd-geniale Kontext... Das alles gibt es heute leider nur noch viel zu selten. So treffen wir uns heute, um ein Genre zu betrauern, das so leider nicht mehr existiert.
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Wie schade ist es, dass man heute Konsolen im Wohnzimmer stehen hat, welche, ohne mit dem Schaltkreis zu zucken, abertausende Berechnungen durchführen können, aber es nicht vermögen, uns Titel im Stile von etwa Sam & Max zu bieten.
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So lasst uns nun eine Schweigeminute für... *Hand vor das Mikrofon hält und zu Tuscheln beginnt* ...wie bitte? Gibt es doch? Aha, wirklich!? In Ordnung, vielen Dank! *Hand vom Mikrofon wegnimmt* Ähem, meine Damen und Herren, soeben erfahre ich, dass es doch tatsächlich seit kurzer Zeit ein Spiel für eine Konsole Namens Nintendo Wii gibt, welches für uns alles das, was wir uns so sehr wünschen, bereit hält! Ich darf aus diesem Anlass nun Wort und Mikrofon an unseren geschätzen Kollegen Professor Dr. Ernst von Immerzock übergeben, welcher uns nun weitere Einzelheiten berichten wird. Ich bitte um Applaus!

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Vielen Dank, sehr geehrte Frau Kollegin von Pauergäim-Extralaif...! *legt kunstvolle Pause ein und wartet, bis Applaus sich gelegt hat* Meine Damen und Herren, liebe Anwesende, liebe Retrofans! Wie sie, liebe Frau von Pauergäim-Extralaif, schon ganz richtig erklärten, gibt es einen Titel, welcher viel Humor und tolle, knifflige Rätsel bietet. Ganz im Stile der viel gerühmten Point-&-Click-Adventures der frühen Neunziger.
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Der Titel, von dem die Rede ist, ist "Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros". Zwei Angehörige des Piratenclans "Die Seehasen", Zack und Wiki, machen sich auf die Suche nach einem sagenumwobenen Schiff, und stoßen so aber zufällig auf den Schatz von Barbaros - den sie zu bergen haben, um an das ersehnte Schiff gelangen zu können.
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Auf ihrem Weg durch das Abenteuer begegnen Zack und Wiki dabei vielen, vielen Rätseln. Einige von ihnen lassen sich durch herumliegende Gegenstände lösen, andere bedürfen eines hellen Verstandes, der in der Lage ist, um die Ecke zu denken, damit die teils schwierigen, aber niemals unfairen Rätsel bewältigt werden können.
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Gleich zu Anfang etwa springen die beiden Protagonisten notgedrungen aus einem Flugzeug und sehen sich nun dem Problem einer womöglich unsanften Landung gegenüber. Ihre Aufgabe, liebes Kollegium, wäre nun also, etwas zu finden, das die Landung möglichst sanft gestaltet. Da neben Ihnen gerade ebenfalls ein Karton gen Erdoberfläche fällt, schauen sie sich diesen in aller Eile genauer an und entdecken einen Regenschirm. Diesen spannen sie auf und sie können nun sanft zur Erde segeln.
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Diese und ähnliche Rätsel werden sie zu Hauf in "Zack & Wiki..." vorfinden. Ebenso, wie viel Humor, geschaffen durch Situationskomik, Wortwitz und Schlagfertigkeit der sympathischen Piratennachwüchslinge; also Zack und Wiki.
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Der einzige, wesentliche Unterschied zu den traditionellen Point-&-Clicks besteht darin, dass sie, wehrtes Kollegium, nicht wie damals üblich, mit einem Mousecursor auf Verben wie "Sprechen", "Benutzen" oder "Untersuchen" am unteren Bildschirmrand herumklicken, nein, nein, sie benutzen die sogenannte Wiimote als eine Art Universalwerkzeug und führen die zu bewältigenden Aufgaben selbst durch. Statt also etwa im Inventar eine Säge zu wählen, ein Ziel zu definieren und das Verb "Sägen" zu bestätigen, nehmen sie die Säge, laufen zum gewünschten Objekt und führen mit der Wiimote, als besäßen sie eine echte Säge, die typischen Sägbewegungen aus.
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Dasselbe gilt ebenso für den zuvor erwähnten Regenschirm. Um ihn zu öffnen, halten sie die Wiimote wie den Stiel eines Regenschirms aufrecht in der Hand und betätigen anschliessend die Taste 2 auf der Wiimote, um den Schirm aufzuspannen. Und derer Anwendungen finden sich zahlreich in "Zack & Wiki..."; so wird auch gehackt, gerüttelt, geschüttelt, gedreht, gekurbelt, gehoben, getragen, und noch vieles mehr.
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Das Herausfordernde ist allerdings, dass sie häufig selbst dahinter kommen müssen, wie und wann welcher Gegenstand zu gebrauchen ist. So dass sie ein ums andere Mal einfach nicht auf die Lösung kommen wollen, bis es plötzlich "Klick!" macht und sie sich dann staunend fragen, wieso sie das nicht schon vorher bedacht haben, obwohl es doch eigentlich so offensichtlich gewesen war - ja, manche Kopfnüsse sind derartig brilliant ausgeknobelt, dass man den Machern von "Zack & Wiki..." zu so viel Einfallsreichtum nur gratulieren kann!
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Dieses Spiel verbindet also die traditionellen Features - wie beispielsweise Humor, Spielspaß oder Sich-den-Kopf-zerbrechen - mit den neuesten technischen Errungenschaften der aktuellen Konsolengeneration. Da wäre also der bereits erklärte sehr sinnvolle und abwechslungsreiche Einsatz der Wiimote.
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Desweiteren die Grafik, welche sich auf sehr gutem Wii-Niveau befindet: der Comic-Stil im Cel-Shading-Look ist sauber animiert, farbenfroh, aber nicht zu bunt, und bei dem korrekten Einsatz eines Werkzeuges, wie etwa einer Kurbel, blitzen kleine Special Effects auf.
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Auch beim Sound hat man sich sehr, sehr viel Mühe gegeben. Die Hintergrund-Musik wirkt niemals störend auf die Konzentration und bietet sogar ein paar kleine Ohrwürmer. Haben sie ein Teil-Rätsel richtig gelöst, ertönen Jingle und unterhalten sich irgendwo ein paar Charaktere, ertönen Stimmen die eine niedliche Fantasiesprache sprechen. Und wenn sie z.B. eines ihrer Werkzeuge auf den Boden fallen lassen, scheppern diese dezent beim Aufprall. Sie sehen also: auch hier gibt man sich keinerlei Blöße.
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Wichtig zu erwähnen ist mir auch der Aspekt der Motivation. Zu keiner Zeit erleben sie Lustlosigkeit; selbst, wenn sie bei einem besonders schweren Rätsel mal absolut nicht weiter wissen. Höchstens, dass sie vielleicht mal eine Pause einlegen, um über das Problem zu grübeln oder um vielleicht in Foren oder Chats das Problem zu diskutieren.
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Auch auf anderer Ebene motiviert dieser tolle Titel aus dem Hause Capcom: im Bereich der Highscores. Haben sie nämlich ein Rätsel gelöst, können sie es trotzdem immer wieder und wieder spielen, bis sie es möglichst schnell und möglichst ohne Patzer absolviert haben. Das ist zwar für das Voranschreiten nicht notwendig, aber für diejenigen, unter ihnen, welche immer den perfektesten Spielstand vorweisen möchten, sicherlich eine interssante Dreingabe.
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Wenn sie wünschen, "Zack & Wiki..." einfach nur ohne viel Schnickschnack durchzuspielen, werden sie ca. 25 bis 30 Stunden dafür benötigen. Wollen sie aber wirklich jeden Winkel erforschen und auch die letzten Rätsel lösen, müssen sie gut und gerne 35 bis 40 Stunden veranschlagen; und zusätzlich noch einmal diverse Stunden für die Eigenmotivation, jedes Rätsel in Bestzeit mit Topscore abschliessen zu wollen!
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Meine Damen und Herren, liebe Anwesende, liebe Retrofans! Ich komme nun zum Abschluss meiner Laudatio und möchte mich auch noch einmal für ihr Erscheinen bedanken. Dank Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros wurde uns ein großartiger Titel gegeben, der durch und durch überzeugen kann. Wer Maniac Mansion 1 und 2 oder Sam & Max mochte, wird "Zack & Wiki..." lieben. Wer Spaß an kniffligen Rätseln oder Piratenabenteuern hat, wird "Zack & Wiki..." lieben. Und, ja, auch, wer gern lacht und schmunzelt, wird "Zack & Wiki..." lieben.
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So lassen sie uns nun unsere Wiimotes erheben, die Fernsehgeräte anschalten und lassen sie uns viel Freude mit diesem Titel haben. Guten Abend und vielen Dank!
Jörg Singleplayer: 91%

Verfasst von Jörg am 08.03.2008,
bemustert durch Nintendo
für bis zu 1 Person/en
Release am 18.01.2008