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Etrian Odyssey Untold: The Millennium Girl

Nintendo 3DS

Etrian Odyssey Untold: The Millennium Girl, Covermotiv/Artwork
Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG Kann außerdem auch über den Nintendo eShop heruntergeladen werden
Releasedate: 02.05.2014, Preis: 39,99€, 1 Spieler/in
Das neue Etrian Odyssey ist da. Obwohl! Es ist nicht wirklich neu, denn es handelt sich um ein stark aufgepepptes Remake des ersten Teils der Reihe, das damals noch für Nintendo DS erschien. Wobei der Begriff "Remake" beinahe nicht zutrifft, denn obwohl die groben Grundlagen im DS-Original verwurzelt sind, hätte ich The Millennium Girl beinahe nicht wiedererkannt. Erst der direkte Vergleich zwischen dem, was mein 3DS mir zeigt und Screenshots im Web konnte ich mir sicher sein, dass es in der Tat Gemeinsamkeiten gibt. Doch ohne diesen Vergleich wäre mir das wohl kaum aufgefallen.
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Doch bleiben wir zuerst bei den Basics. Natürlich geht es darum, dass eine Abenteurer-Gilde ganz im RPG-Stil durch Dungeons und Labyrinthe streift, die häufig zumindest zwei, gern aber auch viel mehr, Ebenen bieten. Da die Reise beschwerlich ist und nie mehr als fünf Gilden-Mitglieder zurzeit losziehen dürfen, dauert die Streiferei allerdings ihre Zeit. Viele Gegner lauern in den Büschen, greifen aus dem Hinterhalt an, nicht selten kommt man so gerade eben noch mit dem allerletzten Bisschen Lebensenergie davon.
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Die Gilde darf aus bis zu 30 Charakteren bestehen, wobei man selbst allerdings bestimmen darf, wie die Eigenschaften dieser Charaktere beschaffen sind. Es gibt Krieger, Schwarz-Magier, Heiler, im Kampf eher defensive Beschützer und noch viele mehr. Und aus all diesen Möglichkeiten stellt man sich seine Wunschgilde zusammen - wobei ich für meinen Teil immer nur fünf Charaktere erstelle und dann mit diesen fünf das gesamte Abenteuer von Anfang bis Ende bestreite.
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So zieht man also permanent in rundenbasierte Kämpfe und rückt, langsam und Stück für Stück in den Dungeons und Labyrinthen vor. Damit man sich dabei nicht verläuft und auch markante Stellen wiederfinden kann, sollte eine Karte angefertigt werden. Wie bei Etrian Odyssey üblich hat man sich natürlich selbst darum zu kümmern. Das bedeutet, auf dem unteren 3DS-Screen sieht man ein Gitternetz in das man immer mal wieder Wege und Wände einträgt. Türen, Treppen, Schatztruhen, geheime Durchgänge und was es sonst noch so gibt, kann - zwar nicht muss, sollten aber! - ebenfalls markiert werden. Für diesen Zweck werden viele Symbole angeboten, die man selbst man Belieben verwenden darf, das bedeutet, das Spiel schreibt nicht vor, welches Symbol für z.B. Schatztruhen zu verwenden ist.
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So entwickeln sich also nicht nur die eigenen Charaktere, da sie Erfahrungs- und mit jedem Level-up einen Fertigkeitenpunkt (für Statusboni, Spezialattacken, Resistenzen und dergleichen) erhalten, sondern auch die eigenen Karten werden zahlreicher und detaillierter. Und das sollten sie auch, denn in viele Gebiete muss man doch immer mal wieder zurückkehren, und weil die eben verflixt verwinkelt sind und man sich unmöglich alle Wege aller Gebiete merken kann, hilft eine gut gemachte Karte enorm bei der Orientierung; im Besonderen, wenn man diese eine Pforte sucht, die sich zu Beginn nicht öffnen ließ, weil man da noch keinen Schlüssel hatte, oder wenn jemand im Pub eine "Findet für mich jenes"- oder "Besiegt bitte denundden Gegner auf Ebene X"-Quest hat, für deren Erledigung es stets Items, Ausrüstung oder Gold - und obendrein Extra-Erfahrungspunkte zur Belohnung gibt.
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Wer jemals zuvor ein Etrian Odyssey gespielt hat, findet sich umgehend zurecht. Allerdings gibt es auch wieder diverse Neuheiten, die das Gameplay komplexer und die Übersicht über das Geschehen komfortabler machen. Beispielsweise erlauben die Optionen, dass Wege und Wände sich beim Laufen automatisch in die Karten eintragen. Das nimmt zwar durchaus viel Arbeit ab, trotzdem muss man aber auch jetzt noch alles andere, was nicht Weg oder Wand ist, selbst einzeichnen - und das ist eine ganze Menge.
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Auch können die Geschwindigkeit von Texteinblendungen und Animationen konfiguriert werden. Wem es also nicht schnell genug geht, kann hier kräftig auf die Tube drücken lassen. Auch bieten die Charaktere hier und da Sprachausgabe. Doch selbst, wenn man diese nicht abschaltet, hört man immer nur mal vereinzelte Kurzsätze, sodass von einer richtigen Sprachausgabe nicht wirklich die Rede sein kann.
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Ein ganz neues Element kam zudem dazu. Es gibt Grimoire Stones. Das sind sozusagen Gegenstände, die man beispielsweise an seine Waffe oder seinen Schild anlegt und dann hat man zusätzliche Zauber, mehr Lebensenergie und dergleichen. Das ist an und für sich eine nette Sache, wenn sie nicht so verwirrend wäre. Denn man kann Grimoire Stones kombinieren und daraus neue erschaffen - ähnlich, wie man das z.B. aus Diablo II mit den Runen und Edelsteinen kennt. Allerdings kam ich auch nach vielen Stunden einfach nicht dahinter, wie genau das System funktioniert. Einen Stone anzulegen ist einfach, seine Eigenschaften zu benutzen, ist ebenfalls einfach. Aber nach welchen Regeln Stones denn nun kombiniert, welche der Eigenschaften dabei übernommen und welche überschrieben werden, welcher Stone die Basis und welcher der Katalysator ist und so weiter und so fort, das will sich mir einfach nicht erschließen. Darum ging ich dazu über, es zwar ab und zu doch nochmal zu verstehen zu versuchen, doch im Endeffekt habe ich die Stones bloß ignoriert.
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Doch jetzt widmen wir uns wieder dem Remake-Thema, auf das ich eingangs zu sprechen kam. Was ist denn jetzt Remake und was ist neu? Nun, The Millennium Girl beinhaltet sozusagen den kompletten ersten Teil der Reihe, inklusive diverser neuer Nebenplots und Ergänzungen, allerdings aufgemotzt mit allen Gameplay-Verbesserungen, die bis Teil IV Einzug in die Reihe erhielten. Außerdem kann zu Beginn festgelegt werden, wie schwer das Abenteuer sein soll: Picnic, Standard oder Expert. Sozusagen bekommt man also die Story aus Teil I mit der Technik von Teil IV. Die wesentlichste Neuerung ist allerdings, dass man auswählen darf, ob man den Story-Modus oder den Classic-Modus spielen will.
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Story- und Classic-Modus sind im Kern dasselbe, unterscheiden sich jedoch darin, dass der Story-Modus die fünf gespielten Charaktere vorgibt und diverse geskriptete Events für eine vorgegebene Stringenz sorgen. Man wird durch verschiedene Elemente also quasi "gezwungen", die Geschichte in einer halbwegs vorbestimmten Reihenfolge zu spielen. Im Classic-Modus hingegen fällt das weg. Man bestimmt alle Charaktere in allen Punkten selbst und wird bei der Geschichte nicht an die Hand genommen.
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Leider darf man bei Spielbeginn nicht direkt den Classic-Modus starten, sondern man wird dazu genötigt, erst eine Weile den Story-Modus zu spielen, damit diese Möglichkeit zugänglich wird, was ich sehr schade finde. Denn es dauert nicht lange, bis man sich an die aktuelle Gilde gewöhnte und man dann ungern wieder bei null beginnen möchte - wieso 10 oder gar 20 Stunden bereits investierte Spielzeit einfach über den Jordan gehen lassen? Und leider auch wird Classic- und Story-Modus nicht separat gespeichert, da es nur einen einzigen Save-Slot gibt - eine äußerst unflexible und reichlich blöde Regelung, wirklich!
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Abseits von dieser zwar unbedingt zu nennenden Designschwäche, überzeugt The Millennium Girl ansonsten auf ganzer Linie. Die Gegner, und gerade die Bosse, sind toll animiert und schön gezeichnet. Die Musik bietet sogar Alternativen. Einmal die von damals bekannten MIDI- und einmal moderne Echt-Instrumente-Klänge - beides klingt einfach klasse! -, oder auf Wunsch schaltet man die Musik ganz stumm; je nach Belieben.
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Das Zweite, was ich ankreiden muss, ist, dass nach Teil IV auch The Millennium Girl 100%ig auf Englisch ist, komplett. Dass stellt Neulinge oder jene, die der englischen Sprache nicht oder nur einigermaßen kundig sind, durchaus vor Hürden. Denn die Mischung aus teils antiquiertem Vokabular, teils diversen Slangs und den Unmengen an Dialogtäfelchen, die immer mal wieder durch Multiple-Choice-Antworten angereichert worden sind, können bisweilen für Verwirrung sorgen, vor allem, wenn man an dem ganzen Gerede keine Lust hat und man sich einfach nur durch schnelles A-Drücken durch die Texte hangelt, damit die Action bald wieder losgeht, sodass man nicht weiss, worum genau es gerade eigentlich ging und worauf man jetzt eigentlich eine Antwort geben soll. Abermals frage ich darum, wieso man die Zeit für den Release in Europa nicht für eine Übersetzung nutzte...
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FAZIT
The Millennium Girl ist, wenn auch ein Remake, neu genug, sodass auch Kenner/innen von Teil I ruhig den Kauf erwägen sollten, zumal mittlerweile 6 Jahre vergingen, sodass man das Meiste ohnehin längst wieder vergessen haben sollte.
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Wer die Reihe noch nicht kennt und nun Interesse hat, sollte sich auf eine 50-70 Netto-Stunden andauernde, intensive und langwierige, aber nicht minder unterhaltsame und spannende Reise gefasst machen.

TheUnknown *, 8.743 Zeichen, veröffentlicht am 08.05.2014 •
Singleplayer: 85%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei DeLaSocial
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 02.05.2014, Preis: 39,99€, 1 Spieler/in

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