Fe

Nintendo Switch

Fe, Covermotiv
In diesem ungewöhnlichen 3D-Jump 'n Run wird der Protagonist, ein kleines Fantasiewesen, gleich zu Beginn von seinem Rudel getrennt und erwacht in einem unbekannten Waldstück. Zuerst ist man deshalb etwas verloren in der mystisch anmutenden Welt, aber sobald man einem Reh-ähnlichem Tier begegnet und dieses von humanoiden Gestalten durch eine Art Magie eingesperrt wird, beginnt sich die recht kryptische Handlung rund um die Versklavung des Wildlebens zu entfalten.

Erzählt wird sie rein visuell, da man bis auf einige Erklärungen von Spielmechaniken auf Text verzichtetr. Wenn man nicht gerade Artgenossen aus brenzligen Situationen verhilft, kann man Orbs finden, um die Welt aus der Perspektive besagter humanoider Gestalten zu sehen, was zusätzlichen Überblick über die Spielziele verschafft. Auch wenn es oftmals schwierig ist, zu deuten, was die Entwickler mit spezifischen Momenten kommunizieren wollten, kann man klar sagen, dass Fe eine starke Message über das Verhältnis von Mensch zu Tier hat, welche durch Symbolismus getragen wird.

Gameplay und Steuerung
Ähnlich wie in anderen Genrevertretern funktioniert dieser Titel, wie es vor über 20 Jahren in Super Mario 64 eingeführt wurde. Oder in anderen Worten, in speziellen Arealen gibt es entsprechende Zielvorgaben, die es zu erfüllen gilt. Manchmal heißt das, Kristalle zu sammeln, welche neue Fähigkeiten für den namenlosen Protagonisten freischalten können und in wiederum anderen, muss man Plattformabschnitte meistern, um an bestimmten Punkten anzukommen. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei oftmals gering gehalten, weshalb man als erfahrener Spieler durchweg wenig gefordert wird.

Die Besonderheit von Fe liegt im sogenannten Gesangssystem, welches Interaktionen mit anderen Tierwesen erlaubt. Benutzt man dies beispielsweise bei Vögeln, lassen sie einen auf ihren Rücken reiten, um Hindernisse oder größere Schluchten zu überwinden. Jedoch kann man nicht direkt mit jedem Tier interagieren, sondern muss man für jede Rasse einen neuen Gesang erlernen, indem man der jeweiligen Kreatur hilft. Um bei den Vögeln zu bleiben - hier werden etwa einer Vogelmutter die Eier gestohlen und nachdem man diese zurückgebracht hat, erhält man als Dank den Gesang selbiger Rasse. Diese Mechanik schafft es tatsächlich, das ansonsten simple Gameplay von ähnlichen Werken abzuheben.

Die Steuerung ist intuitiv und einfach zu erlernen. Am elementarsten ist es, zu wissen, dass man mit dem linken Stick laufen und durch die Betätigung des A-Knopfes springen und später auch gleiten kann. Auch wenn das Repertoire des kleinen Wesens sich anfänglich auf diese beiden Aktionen beschränkt, wird man im Laufe des Abenteuers durch die erwähnten Upgrades agiler, um eine schnellere Fortbewegung sowie etwas komplexeres Plattforming zu gewährleisten.

Das Gesangssystem hingegen aktiviert man mit einem Druck auf die ZR-Taste, woraufhin man den Controller mithilfe von Bewegungssteuerung vor- und zurückneigen muss, um die ideale Frequenz zu finden, durch welche man mit dem entsprechenden Wesen interagieren kann. Das einzig Störende an dieser ausgesprochen angenehmen Steuerung ist, dass man zwischen den einzelnen Sprachen der Tiere hin- und herwechseln muss, was im späteren Verlauf der 4-7 Stunden langen Reise schwierig werden kann, da jene allein durch Symbole dargestellt werden.

Ästhetik und Technik
Die Ästhetik stellt in diesem Titel ein klares Alleinstellungsmerkmal dar, da man sich, völlig bewusst, größtenteils auf zwei Farben beschränkt hat, welche sich je nach Situation und Areal verändern. Unter anderem nimmt die Umgebung Rottöne an, sobald man sich gefährlichen Gestalten nähert. Auch wenn dies stellenweise ansprechend wirken kann und es Fe zu einer eigenen Identität verhilft, bringt dieser Stil auch eine gewisse Monotonie mit sich, die in völliger Orientierungslosigkeit enden würde, wenn man keine Karte mit der derzeitigen Zielsetzung hätte. Ergänzt wird das Ganze durch eine größtenteils stabile Framerate, die nur an turbulenteren Momenten etwas sinkt; sowohl im Docked- als auch im Handheld-Modus übrigens. Gesondert erwähnen möchte ich an dieser Stelle jedoch die Gestaltung jeglicher Tiere und Monster, da sie wirklich ungewöhnlich ist und der mystischen Aura, welche in diesem Spiel verbreitet wird, weit mehr unterstützen als die Farbgebung.

Währenddessen verlässt sich das Klangbild größtenteils auf die Geräuschkulisse, da man keinen einprägsam komponierten Soundtrack geboten bekommt, sondern Musikstücke, welche spezielle Situationen unaufdringlich untermalen sollen. Größerer Wert wird auf die Klänge der Tierwesen und ihren Gesang gelegt, welcher zwar nicht besonders realistisch ist, aber zu den hier porträtierten Fantasiewesen, welche auf tatsächlichen Tieren basieren, passt. Texte hat natürlich keine der Kreaturen spendiert bekommen. Doch ist positiv anzumerken, dass die wenigen Zeilen, welche es zu Erklärungszwecken gibt, angemessen in die deutsche Sprache übersetzt wurden.

Fazit
Fe ist ein unterhaltsames, stilisiertes und kurzweiliges 3D-Jump 'n Run, welches keine neuen Genre-Standards setzt, sich aber vor bekannteren Vertretern nicht verstecken muss, da es durch seine ungewöhnlichen Ideen eine eigene Identität geschaffen hat.

Lunk *, 5.251 Zeichen, veröffentlicht am 12.03.2018 •
Singleplayer: 72%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Electronic Arts
Der Text und dessen beinhaltende Bewertung für dieses Produkt sind nicht stellvertretend repräsentativ für die Redaktion von "Eyes on Nintendo", sondern einzig repräsentativ für die Meinung des/der Verfassers/Verfasserin!

Die "Spielspaß in Prozent"-Wertung resultiert nicht aus einer mathematischen Gleichung heraus, sondern sie steht einzig für den subjektiv empfundenen "Spaß beim Spielen" des/der Verfassers/Verfasserin (sofern nicht anders im Reviewtext erwähnt) und ist darüber hinaus auch als eine ungefähre Vergleichsmöglichkeit zu anderen Spielen zu verstehen.
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Releasedate: 16.02.2018, Preis: 19,99€, 1 Spieler/in

Bilder

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