Shovel Knight: Treasure Trove

Nintendo Switch

Shovel Knight: Treasure Trove, Covermotiv
Hoch die Schaufel!
Shovel Knight ist ein 2D-Action-Adventure mit Plattformer-Elementen und vereint in sich Gameplay-Elemente aus Retro-Klassikern wie Castlevania, Mega Man und Zelda. Das Ergebnis hat jede Menge 8-Bit-Retro-Charme. Man fühlt sich in die selige NES-Ära versetzt, als die dritte Dimension noch keinen Platz in Videospielen hatte.
Der Pixel-Ritter läuft durch die Level, überwindet in den Sprungpassagen mit geschickten Hüpfern Stacheln und gähnende Abgründe und macht auf dem Weg zum Level-Boss unzähligen Gegnern mit seiner Schaufel ein Ende. Doch bis Shovel Knight sich am Ende jeden Levels einem der acht Ritter der Verzauberin stellt, gilt es, auf dem Weg dorthin möglichst viel Zaster aufzuklauben und versteckte Schatztruhen zu plündern. Kommt es dann zum finalen Showdown, stehen unserem Helden neben seinem Gartengerät glücklicherweise noch die sogenannten Relikte zur Verfügung.

So verschießt er etwa mit einem Zauberstab Feuerbälle, verwandelt Gegner mit einer Münze in Gold oder zermalmt sie mit riesigen Boxhandschuhen zu Staub. Unweigerlich fühlt man sich bei diesem Arsenal von Waffen in einem 2D-Plattformer an die klassische Metroid-Serien erinnert. Und so wie es Weltraumikone Samus Aran in Nintendos Kultserie immer wieder mit echt knackigen Endbossen zu tun bekommt, sind auch die Gegner von Shovel Knight alles andere als ein Zuckerschlecken. Jeder der acht Schergen hat ein eigenes, kniffliges Angriffsmuster, mit dem er dem Protagonisten sein zweidimensionales Leben schwermacht. Trotzdem bleibt der Schwierigkeitsgrad immer fair. Er bewegt sich zwischen anspruchsvoll und echt zackig. Dennoch, man behält immer das gute Gefühl, dass man es beim nächsten Anlauf packen könnte.

Gelingt es dem Ritter der Schaufel, ein Level abzuschließen und das Scheusal am Ende zu stellen, führt ihn sein Weg auf die Oberweltkarte. Wer schon einmal Super Mario Bros. 3 gespielt hat, fühlt sich gleich zuhause. Von hier gelangt man zum nächsten Level, aber auch in Dörfer und zu Nebenschauplätzen.

Retro Retro
Neben dem tollen Gameplay sind es besonders die 8-Bit-Optik und der Sound, die den Charme von Yacht Clubs Ritter-Epos ausmachen. Alles macht den Eindruck, als hätte das Game so auch auf dem NES erscheinen können. Die detailverliebte Pixelgrafik erinnert sicher viele an ihre ersten Erfahrungen mit dem Medium Videospiel. Der Sound macht dieses Gefühl perfekt. Das Team von Yacht Club komponierte mal eben einige der ohrwurmverdächtigsten Hintergrundmelodien und veranlasste damit sicher viele Spieler zum unbewussten Mitsummen. Das ist Retro-Charme par excellence! In diesem Rahmen wird die Story liebevoll eingebunden. Für sich genommen, reißt die Story des Hauptspiels "Shovel of Hope" keine Bäume aus. Der kleine blaue Ritter Shovel Knight zieht los, um seine Geliebte Shield Knight zu befreien. Sie wurde von einer bösen Hexe, der Verzauberin, verschleppt. Das Ganze wird jedoch absolut kultig erzählt und von einem fantastischen Humor getragen. Mit dabei sind auch diverse Anspielungen auf andere Videospiele. Kult!

Interessant ist auch, wie die Geschichten der beiden Add-Ons sich mit der von Shovel of Hope verweben. Die Geschehnisse von "Plague of Shadows" spielen parallel zu den Erlebnissen vom Ritter mit der Schaufel. Plague Knight ist auf der Suche nach Essenzen, die er zur Herstellung eines ultimativen Zaubertrankes braucht. Dazu muss er die anderen Ritter seines Ordens schlagen und sein unterirdisches Geheimlabor ausbauen. Immer wieder kreuzen sich seine Wege dabei bewusst und unbewusst mit denen von Shovel Knight.

Specter of Torment erzählt die Vorgeschichte. Specter Knight vereint im Auftrag der Verzauberin einen Bund von acht Rittern, um die Lande zu erobern. Dabei kehren nach und nach seine Erinnerungen an die Zeit zurück, bevor er der Scherge der bösen Hexe wurde. Wer ist Specter Knight mal gewesen und wie konnte es passieren, dass die Verzauberin ihn in ein grauenhaftes Monster mit Sense verwandelte?

Ein wahrer Goldschatz
Shovel Knight: Treasure Trove ist wirklich wie eine Schatztruhe voller Kostbarkeiten. Neben dem Hauptspiel Shovel of Hope, in dem der Spieler in die Rolle von Shovel Knight schlüpft, finden sich auch beide Add-Ons Plague of Shadow sowie Specter of Torment darin. Diese erzählen nicht nur ihre jeweils eigene Geschichte, sondern bieten auch ein individuelles Gameplay, das sich von dem des Hauptspiels unterscheidet, da die jeweiligen Protagonisten verschieden Mechaniken verwenden

Antiheld Plague Knight, seines Zeichens Protagonist von Plague of Shadows, ist etwa in der Lage, bis zu zweimal in der Luft zu springen. Anstelle einer todbringenden Schaufel setzt sich der passionierte Alchemist mit Bomben zur Wehr. Der Clou: Diese Bomben setzen sich aus drei Bauteilen zusammen. Je nachdem, wie Hülse, Zünder und Pulver kombiniert werden, ändert sich das Flug- und Sprengverhalten. Dadurch bekommt das Gameplay ungeheuren Tiefgang. Plague of Shadows spielt nicht nur in derselben Zeit wie das Hauptspiel, Plaque Knight und der Träger der Schaufel teilen sich auch ein und dieselbe Oberweltkarte. Auch die Level sind gleich. Dennoch unterscheidet sich das Spielgefühl enorm.

Wie ein eigenständiges Spiel hingegen spielt sich Specter of Torment. Specter Knight steuert sich nämlich mindestens genauso agil wie der Prince of Persia. Der Schnitter läuft geschwind die Wände hoch, zerschneidet Gegner im Flug und skatet auf seiner Sense. Passend zu diesen Fähigkeiten erforscht er komplett umgestaltete Level. Sie sind gespickt mit vielen Geschicklichkeitspassagen, die teils perfektes Timing erfordern.

Zudem beherrscht der Mann mit der Sense als Äquivalent zu den Relikten von Shovel Knight die sogenannten Curios. Das sind magische Gegenstände, die etwa die Zeit für einen Moment langsamer laufen lassen oder einen Doppelgänger erschaffen. Jede der drei Kampanien bietet ca. 5 Stunden Gameplay für das reine Durchspielen. Wer alle versteckten Gegenstände finden möchte, ist sicher weit länger an die Schaufel gefesselt.

Daneben finden sich allerlei Kostbarkeiten in Yacht Clubs Schatztruhe. "Körpertausch" ist ein witziges Feature, welches es erlaubt, das Geschlecht jeden Hauptcharakters frei zu wählen. So wird aus der Bösen Hexe "Die Verzauberin" im Handumdrehen ein böser Hexenmeister. Eine gute Idee, die enormen Wiederspielwert birgt. Allerdings funktioniert das nur im Hauptspiel Shovel of Hope. Ebenfalls ausschließlich dieses bekam einen Koop-Modus spendiert. Nun können zwei Schaufeln zugleich ausziehen und nach Gerechtigkeit streben. Der Modus ist sehr unterhaltsam geworden und bietet sich aufgrund der Multiplayer-Features der Switch-Konsole einfach an.

Ob nun Fluch oder Segen, die amiibos haben es ebenfalls ins Spiel geschafft! Der Shovel-Knight-amiibo ermöglicht es, einen individuellen Schaufelritter im Koop-Spiel mit einem Freund zu nutzen. Auch werden einige andere amiibos unterstützt. Mit ihrer Hilfe lässt sich eine Fee beschwören. Sie tut in den Levels so, als würde sie dem Ritter hilfreich zur Seite stehen, indem sie Gegner bekämpft oder Moneten aufsammelt. Der Witz: Sie tut tatsächlich nur so und ist in Wirklichkeit komplett nutzlos.

Fazit
Yacht Club liefert feinste 8-Bit-Kost mit der Extraportion Retro-Charme: Vielschichtige Charaktere, ein spitzfindiger Humor, sowie nicht zuletzt ein abwechslungsreiches und punktgenaues Gameplay bilden das Fundament, auf dem das Königreich von Shovel Knight gebaut wurde. Treasure Trove bietet nun die vollständige und beste Version. Keine Frage, das muss man gespielt haben!

Jojo *, 7.572 Zeichen, veröffentlicht am 30.03.2017 •
Singleplayer: 90%
Multiplayer: 79%

Für die Bereitstellung des Testmusters bedanke ich mich bei Nintendo
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Switch Joy-Con Switch Joy-Con Grip Switch Pro Controller Switch Tablet Mode Switch Tabletop Mode Switch Television Mode amiibo Kann über den Nintendo eShop heruntergeladen werden Freigegeben ab 6 Jahren gemäß § 14 JuSchG
Releasedate: 03.03.2017, Preis: 24,99€, 1-2 Spieler/innen

Bilder

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